[Hörspiel] DIE DREI FRAGEZEICHEN – UND DIE SCHWARZE KATZE

Ein Wanderzirkus mit seinen zahlreichen Jahrmarktattraktionen besucht Rocky Beach. Der Besitzer hat auf dem Schrottplatz von Titus Jonas einige Podeste erworben, wodurch Justus, Peter und Bob die Gelegenheit bekommen ihn zu besuchen. Auf dem Gelände werden sie Zeuge wie ein bärtiger Mann einem Jungen eine Stoffkatze klaut, die dieser am Schießstand gewonnen hat. Schnell verfolgen sie den Dieb bis vor einen vier Meter hohen Bretterzaun, doch vom Gesuchten keine Spur. Lediglich die Stoffkatze finden sie. Warum hat der Dieb sie gestohlen? Am Schießstand lernen sie den Jungen Andy Carsen kennen, der ihnen mehr von Zirkus erzählt. Peter schießt dabei eine Katze. Als er mit Andy etwas aus dessen Wohnwagen holen möchte, entdecken sie den freilaufenden Löwen Ratscha. Während die Anderen Hilfe holen, beruhigt der zweite Detektiv das Tier. Kurz darauf muss er feststellen, dass seine Stoffkatze verschwunden ist. Ist auch sie gestohlen worden und hat jemand nur dafür den Löwen befreit? Ein spannender neuer Fall für die Drei Fragezeichen.

Fazit:
Mit DIE SCHWARZE KATZE folgt das zweite Planetariumshörspiel der zweiten DREI FRAGEZEICHEN Hörspiel Staffel. Dafür wurde der beliebte Klassiker von 1979, die Folge 4, neu aufgenommen und abgemischt. Damit nicht genug, denn diese Fassung wurde inhaltlich um eine halbe Stunde Hörzeit erweitert und enthält nun Szenen, die zuvor nur Romanleser kannten. Klar, bleibt der Klassiker der Klassiker, doch bei der dieser Neufassung ist Liebe im Detail zu hören. Viele bekannte Szenen sind gleich geblieben und versprühen denselben Charme. Spannung steht im Mittelpunkt, besonders als Peter dem Löwen Ratscha entgegentritt. Dazu mischt sich feiner Humor. Als Sprecher ist sogar nach jahrelanger Abstinenz Stefan Schwade als Andy Carson zurückgekehrt, dessen Stimme immer noch gleich klingt. Zusätzlich sind der 2016 verstorbene Hans Meinhardt als Onkel Titus, sowie Thomas Fritsch als Erzähler zu hören. Fast 40 Jahre ist die erste Aufnahme her, weshalb es nicht verwundern darf, dass sich auch Oliver Rohrbeck, Jens Wawrczeck und Andreas Fröhlich reifer anhören. Die frühere kindliche Naivität ist natürlich in den Dialogen nicht mehr möglich, nun sind sie eher emotionaler und gewählter. Bei der Musikabmischung entlieh man sich einigen klassischen Themen und Komponist Jens-Peter Morgenstern zitierte Klänge in seinen neuen Melodien.
Tontechnisch sind Planetariumshörspiele anders gemischt, denn alles ist räumlicher. Schade, aber das die Stimmen zu oft einen Hall mit sich tragen, dazu einige Dialoge in gleichlauter Atmosphäre und Musik untergehen. Dazu läuft weniger Jahrmarktatmosphäre im Hintergrund. Gleichzeitig begeistert die Tatsache sich hörbar mitten im Zirkus und Jahrmarkt zu befinden. Viele Effekte sind genau darauf ausgerichtet, wie die Karussellfahrt der drei Jungs. Dazu wurde auch die optische Komponente hinzugefügt. Ob nun Zirkuszelt oder die Jahrmarktsbuden, sie versprühen einen leicht abstrakten zeichnerischen Stiel. Steht’spasst alles zur Handlung, interessant ist wie z.B. Schlagworte visuell eingebaut wurden. Es freut wie alles den Hörgenuss unterstützt. Gerade am Anfang, wenn die 90er Jahre gesungene ‘Drei Fragezeichen’ Titelmusik erklingt, wurde sich an Filmintros orientiert.
Ein kultiger DREI FRAGEZEICHEN Fall nun erweitert und in einem modernen Gewand. DIE SCHWARZE KATZE hat ihren Charme bewahrt und wurde spannend umgesetzt. Gerade die durchdachte und geheimnisvolle Geschichte hat nichts an Faszination verloren und wird auch neue Hörer und Fans begeistern. Dazu präsentiert in einem unnachahmlichen Ambiente, das einem Besuch im Planetarium unvergessen macht.

Daten:
Autor: William Arden
Label: Europa – Länge: 90 Min.

Die Premiere von DIE SCHWARZE KATZE fand am 12.Dezember 2018 in Planetarien in ganz Deutschland statt. SHORTREVIEW war in Hamburg geladen, wo sich zum Publikum einige Macher hinzugesellten. Auf der kleinen Bühne empfing der Planetariumsleiter den Tonmeister und Hörspielbuchautor André Minninger. Frei berichtete er über seine Arbeit am erweiterten Drehbuch. “Damals ging die Geschichte nur 39 Minuten, weil je Schallplattenseite nur 20 Minuten möglich waren. Nun war ich glücklich die neue Fassung für die neue Hörgeneration zu schreiben und beantworte viele Fragen, die damals offen blieben. Ich hatte als Kind schon gerne das Buch gelesen und immer Szenen vermisst, jetzt sind sie drin.” Ebenfalls war er für die Musikauswahl verantwortlich. Warum er nicht nur die damalige Musik wählte, erklärte er. “Aus rechtlichen Gründen konnten wir nicht alle Stücke verwenden. Zum Teil sind aber klassische Orchestermelodien drin.”
Neben ihn waren weitere Beteiligte als Gäste vor Ort, darunter Andy Carson Sprecher Stefan Schwade, der in den Achtzigern in zahlreichen Hörspielen zu hören war. “Damals habe ich viel gesprochen” kommentierte er. “Inzwischen habe ich einen anderen Beruf ergriffen, ich bin Arzt geworden und habe mit der Schauspielerei gar nichts mehr am Hut. Heikedine Körting hat mich übers Internet gefunden und angefragt, ob ich nicht Lust hätte DIE SCHWARZE KATZE noch mal zu sprechen. Ich sagte nur, das ist fast vierzig Jahre her. … Ist doch egal, antwortete sie und meinte, komm doch mal vorbei und so war ich zurück. Obwohl ich sagen muss, dies ist etwas her, denn vorher hatten wir DAS BLAUE BIEST aufgenommen, eine Art Fortsetzung von DIE SCHWARZE KATZE. Interessant ist die Aufnahmetechnik, die diesmal zum Einsatz gekommen ist, erinnerte mich an die Art wie heute Filme vor grünen Wänden entstehen. Damals saßen wir zusammen im Studio und warfen uns gegenseitig die Bälle zu, während nun jede Rolle einzeln gesprochen wurde.” André Minninger meinte noch: “Ich war erstaunt, als Du ins Studio kamst. Du klingt noch heute genau so, wie in der Folge von 1979.” Daraufhin musste Stefan Schwade lachen.

Neben den Beiden waren Musikkomponist Jens-Peter Morgenstern, sowie Beteilige der Produktion wie Pierre Brand (Primetime Studio) und Maike Müller (Sony Musik, Produktmanagerin ‘Die Drei ???’) anwesend. Ähnlich wie in Hamburg, gab es auch in anderen Planetarien hochkarätigen Besuch. So war Regisseurin Heikedine Körting in Bochum zu Gast. Nach der Vorstellung ging es direkt zum Hörspiel über, das alle genossen.