[Film] SPIDER-MAN: FAR FROM HOME

Spider-Man in Europa? Dies wollte Peter Parker eigentlich überhaupt nicht. Die Klassenreise wollte er zur Erholung nutzen, weil er immer noch die letzten Ereignisse mit den Avengers und den Tod seines Mentoren Tony Stark zu verarbeiteten hatte. Dazu lag es ihm am Herzen, seinem Schwarm MJ an einem romantischen Ort seine Gefühle zu gestehen. Erster Zwischenstopp für die amerikanischen Schüler die Wasserstadt Venedig in Italien. Nach dem Abstieg in einem älteren Hotel sind die Sehenswürdigkeiten dran. In einem Geschäft auf dem Markusplatz kauft Peter einen Anhänger für MJ und hofft auf eine Chance ihn ihr geben zu können. Nahe der Rialtobrücke sträuben sich seine Spinnensinne und plötzlich erhebt sich aus dem Wasser ein riesiges Wasserwesen und schlägt wild um sich. Wände zerbrechen und Wasser schwemmt überall hin. Die Menschen geraten in Panik und selbst Peter’s Freunde schweben in Gefahr. Sofort versucht Peter mit seinen Netzen die Menschen vor Trümmern zu schützen und das Monster zu beschießen, aber kein Erfolg. Plötzlich fliegt ein Mann in grünem Anzug, rotem Cape und Glasskugel auf dem Kopf heran. Mit den Energiestrahlen aus den Händen kann er das Monster vertreiben. Wer ist diese Person, die von den Medien nur Mysterio genannt wird? Die Antwort erhält Peter von Nick Fury, der ihn abends im Hotel erwartet und in die SHIELD Basis bringt. Dort wartet bereits Quentin Beck alias Mysterio und erzählt seine Geschichte. Er stammt aus einer Parallelwelt, wo die Elementals seine Erde zerstörten. Elementals sind Wesen, die aus Feuer, Erde, Luft und Wasser bestehen und es nun auf die Erde abgesehen haben. Fury benötigt Spider-Man’s Hilfe, um Beck zu unterstützen. Da dieser lieber mit seinen Freunden die Klassenfahrt geniessen will, sorgt Fury dafür, das jene Reise eine andere Richtung in Europa erhält. Gleichzetig freundet er sich mit Beck an, der ihm in seinem unsicheren Gemütszustand seitens des Verlusts von Tony und den Liebesdingen mit MJ Rat gibt. Kaum in Prag erscheint das Feuer-Elemental, also greift Spider-Man ein, doch da ahnt er noch nicht, in was für ein Abenteuer sich die Ereignisse noch entwickeln werden.

Fazit:
Gleich zum Anfang werden zunächst die Ereignisse von AVENGERS: ENDGAME aufgeriffen. Diese fünf Jahre, in denen vielen Menschen von Thanos aufgelöst wurden, ging an keinem spurlos vorüber. So sind die verbliebenen nun fünf Jahre älter, wodurch Peter nun einen neuen Liebesrivalen bei MJ hat. Ebenso trauern viele um die gefallenen Avenger, besonders um Iron Man alias Tony Stark. Den Verlust seines Mentors und schon eine Vaterfigur trifft Peter hart, dadurch fühlt er sich eingeengt und verunsichert. Da er selbst noch nicht weiß, wo er selbst hin will. Quentin Beck kommt für ihn wie gerufen, er hört Peter zu und spricht ihm aus der Seele. Dies ist wunderbar inszeniert, gefühlvoll und gleichzeitig aufbauend. Natürlich funktioniert es nur, weil Tom Holland und Jake Gyllenhaal großartig harmonieren und viel in diese Szenen hineinlegen. Atmosphärisch hält sich die Waage mit viel Action und lustigen Momenten. Sowohl Ironie, sich selbst nicht ernst nehmen bis hin zum leichten Slapstick bildet dafür die Grundlage. Wenn es um Action geht, sind diese Szenen gewaltig und krachen nur so. Sie passen dazu zu den Figuren. Überhaupt ist die Handlung toll geschrieben, sie ist abwechslungsreich, emotional und kennt Wendungen, sowie Überraschungen. Die Kämpfe gegen die Elementals sehen visuell packend aus und überall geht etwas zu Bruch. Natürlich hat das europäische Setting auch einen finanziellen Aspekt über die jeweiligen Filmfonds, aber die einzelnen Städte wie Venedig, Prag, Berlin und London sind nicht nur Beiwerk, sie glänzen durch tolle Momente. Klar, es sind auch einige Klischees aus der Sicht der Amerikaner eingebaut, wie das ein Amerikaner bei allen Frauen hoch im Kurs steht oder wie ein ländliche Tankstelle in der Schweiz aussieht, aber dies darf man nicht ernst sehen.
Visuell und Erzählerisch weiß Regisseur Jon Watts wie er SPIDER-MAN in einen tolles Abenteuer steckt. Wundervoll unterhalt von Michael Giacchino melodiösen Soundtrack. Aber ohne die wunderbaren Darsteller ginge es nicht. Alle haben viel Spaß und sie funktionieren miteinander. Seien es die Mitschüler, Freunde und Lehrer um Tom Holland, sie haben mehr persönliche Momente als in HOMECOMING. Diesmal spielt auch Zendaya als Michelle Jones alias MJ eine wichtigere Rolle. Sie und Tom raufen sich gelungen zusammen und schaffen eine echte Teenager Zuneigung zueinander. Diese Liebe ist passend und nicht überzeichnet. Humorvoll und passend erweisen sich Marisa Tomei als Tante May und Jon Favreau als Happy Hogan. Gerade Happy Hogan darf mal wieder so richtig dabei sein und legt dabei seine Ernsthaftigkeit ab. Samuel L.Jackson ist wie gewohnt der harte und strenge Nick Fury.
Kurz mal Comic Fakten eingestreut. Quentin Beck alias Mysterio hatte 1964 in ‘The Amazing Spider-Man #13‘ seinen ersten Auftritt. Warum heißt MJ eigentlich Michelle Jones und nicht Mary-Jane? Diese Namensänderung wird gerne benutzt, um einen alternativen Charakter zu schaffen, wenn er sich von der Originalfigur zu weit unterscheidet.
Wer bis nach dem Abspann ausharrt, der darf sich auf noch auf eine überraschende Szene freuen. SPIDER-MAN: FAR FROM HOME zeigt neue Seiten und ein ungewöhnliche europäischen Ausflug der freundlichen Spinne aus der Nachbarschaft. Die Geschichte ist humorvoll, aber auch spannend und voller toller Action, sowie verpackt mit Wendungen und Überraschungen. Vor allem durch die tollen Darsteller wird der Film zu einem spaßigen Superhelden Abenteuer der Super-Klasse-Unterhaltung.

Daten:
Label: Sony Pictures
Regie: Jon Watts
Darsteller: Tom Holland, Samuel L.Jackson, Jake Gyllenhaal, Zendaya
Musik: Michael Giacchino – Kamera: Matthew J. Lloyd
Länge: 129 Min. / Jahr: 2019