[Film] MORTAL ENGINES: KRIEG DER STÄDTE

In einer fernen Zukunft, wo Ressourcen knapp sind, haben sich die Menschen auf riesige fahrbare Städte zurückgezogen. Ein Krieg ist unter ihnen ausgebrochen und die Großen jagen die Kleinen, so sind die Raubstädte entstanden. Tom Natsworthy ist ein junger Archäologe und lebt auf der Stadt London. Dabei lernt er die hübsche Katherine Valentine kennen, Tochter des großen Visionärs Thaddeus Valentine, der gerade an einer neuen Energiequelle arbeitet, damit London nicht mehr auf fossile Brennstoffe aus eroberten kleinen Städten angewiesen ist. Gerade wurde solch kleine fahrbare Stadt eingefangen und Tom will schnell noch den Schrott nach archäologischen Techniken der Alten durchsuchen, bevor diese im Brennofen landet. Dabei lernt er Thaddeus Valentine kennen. Plötzlich taucht eine Attentäterin auf und verletzt den Visionär. Sofort verfolgt Tom die junge Frau und letztlich wird er Zeuge, das Valantine sie als Hester Shaw erkennt. Bevor sie gefasst wird, springt sie von der fahrenden Stadt ab. Valantine gefällt überhaupt nicht, dass Tom sein Geheimnis kennt und schmeisst ihn selbst über Bord. Nach einer Zeit wacht er neben Hester auf dem nackten Erdboden auf und weiß, ohne sie kann er alleine nicht überleben. Nach und nach öffnet sich die junge Frau und so erfährt Tom, Valantine hat ihre Mutter ermordet, weshalb sie Rache will. Beide suchen einen Weg zurück nach London, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Währenddessen hetzt Valentine’s den Killer Shrike auf die junge Frau, weil er befürchtet, sie könnte seinen visionären Plan im Wege stehen. Einem Plan, der das Weltgefüge erschüttern kann.

Fazit:
In ein grosses Abenteuerepos haben Peter Jackson, Fran Walsh, Philippa Boyens und Regisseur Christian Rivers den ersten Roman von Philip Reeve dystopischer MORTAL ENGINES Reihe verwandelt. Die Handlung selbst hat zahlreiche Elemente und viele zentrale Figuren. Zuerst wird eindrucksvoll die Welt der fahrenden Städte gezeigt, wie sie sich gegenseitig jagen und bekriegen, wobei London als Titan überlegen ist. London selbst besitzt noch zahlreiche Angelpunkte seiner Besonderheiten, darunter das London Eye, St. Paul’s Church, Tottenham Station und das British Museum, wodurch es seinen Charme und Wiedererkennung behält. Interessant sind hier die herrschenden Gesellschaftsklüfte zwischen Arm und Reich, was aber nur kurz eine Rolle spielt. Kaum sind die ersten Figuren vorgestellt, nimmt die Geschichte Fahrt auf und stoppt erst am Abspann. Tom und Hester’s Vergangenheit offenbart sich Stück für Stück, wodurch sich ihre Beziehung zueinander sowie Charakterzüge vertiefen. Ohne in alle Details einzugehen, besitzt MORTAL ENGINES alle Steampunk Elemente, Dampfantriebe, Luftschiffe und die Macht der Elektrizität. Dazu mischt sich eine typische Endzeitwelt, die ans Mittelalter erinnert. Dabei werden auch moderne Filmikonen wie Star Wars oder Mad Max zitiert. Die Geschichte entwickelt sich rasant und hat wenig Ruhe, was Schade ist und denn manchmal, kann Ruhe größere Wirkungen erzielen.
Optisch haben die kreativen Mitwirkenden eine sensationelle Arbeit geleitet, um diese detailreiche Welt ins Leben zu rufen. Dabei haben sie geschickt die Moderne Welt mit der Klassischen, aber auch Geschichtlichen verbunden, sowie einige Science Fiction Elemente einfließen lassen. Regisseur Christian Rivers, der aus dem Trickbereich kommt und allen bisherigen Peter Jackson Filmen mitgewirkt hat, versuchte mit viel Visualität eine epische Geschichte zu erzählen. Hierzu wurden viele großartige Darsteller integriert, wodurch junge frische Gesichter mit Bekannten wie Hugo Weaving harmonisch wirken. Bei Hera Hilmar als Hester Shaw und Robert Sheehan als Tom Natsworthy stimmt einfach die Chemie. Alles mit wird durch eindruckvolle Musik von Tom Holkenberg alias Junkie XL (Mad Max: Fury Road, Der dunkle Turm, Tomb Raider) untermalt, bei der er unter anderem Richard Wagner’s klassisches ‘Ritt der Walküren’ eingeflochten hat.
MORTAL ENGINES: KRIEG DER STÄDTE bietet ein auf Unterhaltung inszeniertes dystopisches Abenteuerkino mit eindruckvoller Optik und tollen Darstellern. Zwar wird das Rad hierbei nicht neu erfunden, doch die Geschichte weiß zu fesseln. Leider verläuft die Handlung etwas zu schnell für die vielen Plots, wodurch alles etwas massig erscheint. Dazu heisst es KRIEG DER STÄDTE und diese interessanten fahrenden Dörfer und Städte hätten gerne mehr gezeigt werden können. Tom und Hester’s Welt weiß zu faszinieren, wenn man sich auf dieses Abenteuer einlässt.

Daten:
Label: Universal Pictures
Regie: Christian Rivers
Darsteller: Hera Hilmar, Robert Sheehan, Hugo Weaving, Jihae
Musik: Tom Holkenberg – Kamera: Simon Raby
Länge: 129 Min. / Jahr: 2018