[Film] ES

Eigentlich sollte die kleine Stadt Derry im US-Bundesstaat Maine friedlich und malerisch sein, doch das Verschwinden von Kindern bereitet Unbehagen. So auch im Oktober 1988. An einem regnerischen Tag spielt der sechsjährige Georgie Denbrough mit seinem Papierboot und lässt es im Wasserlauf der Strasse schwimmen. Als es in einem Abfluss verschwindet, will er es zurückholen. Zu seiner Überraschung sieht er die Gestalt eines Clowns darin, der sich Pennywise nennt. Für einen Moment ist er freundlich, doch dann packt er Georgie plötzlich und zieht ihn in die Kanalisation, wodurch ihm ein Arm ausgerissen wird. Noch Monate später sucht sein älter Bruder Bill Denbrough ihn und hat dabei herausgefunden, dass mehrere Kinder verschwunden sind. Er glaubt durchs Unwetter wurde Georgie in die Kanalisation gespült und weggetragen. Zusammen mit seinen Freunden will er sich auf die Suche machen. Ihn und seine Freunde zeichnet etwas aus, sie alle haben sich zum Klub der Loser bekannt, weil sie alle in der Schule vom durchgeknallten Jugendlichen Henry Bowers gedemütigt und misshandelt wurden. Zusätzlich hat jeder der Freunde sein eigenes Päckchen zu tragen, sei es bei der hübschen Beverly Marsh mit Übergriffen ihres Vaters oder beim afroamerikanischen Mike Hanlon mit Rassismus. Bill stösst bei der Suche auf ein schreckliches Geheimnis von Derry. Es wurde bereits in der Vergangenheit von einer seltsamen Kreatur aus einer anderen Dimension heimgesucht. Immer im Abstand von gut 27 Jahre taucht es auf und verbreitet schlimmste Albträume, sowie hinterlässt Tote. Nun scheint diese mysteriöse Macht wieder erwacht zu sein. Für Bill ist sie der Schlüssel, um seinen Bruder zu finden, doch ahnt er nicht, auf welch tödliches Spiel er sich mit Pennywise einlässt.

Fazit:
Nach ‚Stephen King’s ES‚ von 1990 wird nun King’s Horrorbestseller modern und für die Kinoleinwand inszeniert. Dazu muss erwähnt werden, dass der vorherige Film in den USA als Fernsehspecial in zwei Teilen lief und wegen des Erfolgs in Europa in die Kinos kam. Was zuerst an ein jugendlicher Abenteuerfilm im Stile von ‚Goonies‚ oder ‚Super 8‚ erinnert, entpuppt sich als düsterer, gruseliger und beängstigender Horrorfilm, der alle Register zieht. Mit viel Feingefühl entwickelt sich die Handlung und gibt sich Momente, um die Charaktere lebendig zu werden. Dazu flechten sich Szenen im Hintergrund, die Pennywise Spiel deutlich machen. Natürlich wird oft seine Roter Ballon Signatur verwendet, aber auch seltsame Blicke von Bewohnern oder Gegenstände kündigen Unheil an. Vieles wird dem Zuschauer erst beim zweiten Ansehen bewußt. Hier zeigt sich das großartige Spiel von Regisseur Andy Muschietti, der zuletzt mit dem Horrorfilm MAMA auf sich aufmerksam machte. Er hat seine gesamte Inszenierung durchdacht und dies ist spürbar. Obwohl er sich eng an King’s Vorlage hält, gibt es dramaturgische Änderungen, dazu ist der Film auf zwei Teile konzipiert. Dieser konzentriert sich auf die jungen Charaktere, also den ersten Teil des über 1500 Seiten Romans, welcher auch für sich abgeschlossen ist. An der Verfilmung gefällt ebenfalls, das King’s Problem Thematisierungen bei denen jeder der Charaktere Pate stand erhalten geblieben sind. Sei es Mobbing, Misshandlung, Rassismus, Älter werden und Ängste bewältigen.
Die jungen Darsteller wurden hervorragend gewählt und zeigen gute Anzeichen noch von sich hören zu lassen. Schwerste Rolle hatte aber ein Erwachsener, Bill Skarsgard ist Pennywise. Auf ihn schauen alle Fans und besonders Freunde der ersten Verfilmung sehen sein Spiel im Vergleich mit dem von Tim Curry. Dieser arbeitete mit Mimik, Blicken und seiner Stimme, dies gelingt auch Skarsgard wunderbar, wobei er durch die eindrucksvolle Maske und modernen Special Effects unterstützt wurde.
ES ist wie ein jungendlicher Abenteuerfilm aufgemacht und entpuppt sich als packender Horrorfilm, der alle Angst und Schock Register zieht. Er ist hervorragend besetzt, sowie atmosphärisch wunderbar inszeniert, was ES lebendig macht. Optisch und visuell weiß der Film den Zuschauer zu bannen. ES ist nichts für schwache Nerven und eine würdige Verfilmung von Stephen King’s Meisterwerk.

Daten:
Label: Warner Bros
Regie: Andy Muschietti – Buch: Stephen King
Darsteller: Bill Skarsgard, Jaeden Lieberher, Finn Wolfhard
Musik: Benjamin Wallfisch – Kamera: Chung-hoon Chung
Länge: 135 Min. / Jahr: 2017

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