[Hörspiel] DIE DREI FRAGEZEICHEN 199 – UND DER GRÜNE KOBOLD

Justus, Peter und Bob machen sich im Wohnzimmer von Onkel Titus und Tante Mathilda einen gemütlichen Videoabend samt Horrorfilm. Zum Glück sind die Erwachsenen gerade außer Haus, da diese ein Hotelwochenende gewonnen haben. Doch plötzlich stehen die Beiden in der Tür. Tante Mathilda hat es im Hotel nicht mehr ausgehalten, weil es dort spukt. Sie hat selbst eine Kobold artige Gestalt gesehen, aber niemand glaubt ihr. Deshalb waren sie wieder abgereist. Über Nacht denkt Justus über die Ereignisse nach und kann mit seinem logischen Verstand nichts übersinnliches erkennen. Also überredet er seine beiden Freunde zusammen das spukende Hotel Lakshmi zu besuchen. Angekommen wundern sie sich über die indisch angehauchten Dekorationen mit den Duftkerzen, Gewändern und zahlreichen Buddhas. Eigentlich macht sich Justus eher Sorgen über die dort angebotenen veganen Speisen, die sind nicht wirklich sein Ding. Aber es geht ja, mehr darum herauszufinden, was es mit diesem mysteriösen Kobold auf sich hat. Schnell bemerken sie verdächtige Personen und dann trauen sie ihren Augen nicht, sie treffen den Kobold. Wie geht es nun weiter?

Fazit:
Ein mysteriöses Wesen, ein seltsames Hotel mit spiritistischen Touch, ungewohntes Essen, ein Rätsel, ein möglicher Schatz und verdächtige Personen. Alles Elemente für eine spannende und geheimnisvolle Geschichte. Sehr gradlinig wird sie erzählt, wobei Wendungen kaum eingesetzt werden. Gelungen durchdacht ist der Rätseltext, mit ihm wird dem Urheber Edgar Alan Poe Respekt gezollt. Klar, es gibt Erkenntnisse, die die Drei Fragezeichen voranbringen, aber leider kaum Überraschungen. Die Inszenierung ist unheimlich und vor allem unterhaltend. Leider kommt Elodie etwas kurz und scheint eher ein Mittel zum Zweck zu sein. Gerne hätte sie mehr integriert sein können. Angemerkt sei, alle kritischen Gedanken beziehen sich auf das Hörspiel, da im Vergleich zum Buch, nicht alles aus der Vorlage übernommen wurde.
Auch wenn es funktioniert, erscheint die Figur des grünen Kobolds zweckmäßig. Es wird eine nachvollziehbare Erklärung präsentiert und doch harmonieren tut sie nicht. Da der Kobold in Erscheinung tritt, als der Täter bereits sein Ziel erreicht hat. Warum also noch verkleiden? Comicfans fühlen sich nebenbei erwähnt an die Marvel Comicserie Spider-Man erinnert, wo einer der berühmtesten Feinde der ‘Grüne Kobold’ ist.
Wunderbar spannend und unterhaltend ist das Hörspiel inszeniert, wobei auch gekonnt einige Längen und Schwächen überspielt werden. Komisch klingt der letzte, offen gelassene Satz von Elodie im Kapitel ‘Vegane Kost’, man hat das Gefühl es fehlt etwas vom Kapitel. Ohne die grossartigen Sprecher gäbe es nicht diese Lebendigkeit in der Geschichte. Natürlich sind Oliver Rohrbeck, Jens Wawrczeck und Andreas Fröhlich voll in ihren Figuren und haben wie immer viel Spaß mit ihnen. Als Gastsprecher ist diesmal Sprecher und Schauspieler Udo Schenk dabei, deutsche Stimme u.a. von Gary Oldman, Ray Liotta und Kevin Bacon.
DER GRÜNE KOBOLD erzählt eine unheimliche Suche nach einem mysteriösen Wesen und entwickelt sich zu einem unterhaltsamen Abenteuer. Die Handlung ist gradlinig und etwas überraschungsarm, aber wunderbar anzuhören. Insgesamt sind alle Elemente eines gelungenen Falls der DREI FRAGEZEICHEN vorhanden und darauf kommt es an.

Daten:
Autor: Marco Sonnleitner
Label: Europa – Länge: 75 Min.