[Game] METRO – LAST LIGHT

In METRO 2033 steuerte der Spieler den 20-jährigen Artjom, der in der Moskauer Untergrundbahn aufwuchs, wo die Menschen nach einem Atomkrieg verborgen lebten. Die Oberfläche ist verwüstet, radioaktiv verseucht und von mutierten, tödlichen Lebensformen bevölkert. Nur die mutigen Stalker, gekleidet in schweren Schutzanzügen und Gasmasken steigen ab und zu nach oben, um Überbleibsel der alten Welt zu sammeln. Artjom folgte einem Gefallen seines guten Freundes und Stalker Hunter, indem er sich auf den Weg zur Metrostation Polis machte, um dort einen gewissen Miller aufzusuchen (Im Roman heißt dieser Melnik). Dabei durchquerte er verlassene Tunnel und andere Metrostationen, wo er mit den unterschiedlichsten menschlichen Gruppierungen zusammentraf, darunter Faschisten und Kommunisten. Er wurde aber ebenfalls in den Kampf gegen eine mutierte Rasse von Schattenwesen, genannte die Schwarzen, hineingezogen. Die Schwarzen reflektierten und verstärkten alle Ängste, weshalb viele Menschen bei ihrem aufeinandertreffen den Verstand verloren. Nur Artjon war auf wundersame Weise immun dagegen. Es war wohl sein Schicksal, denn als Junge hatte er zusammen mit Freunden aus Neugier die Tore eines Einganges zur Oberfläche geöffnet. Weil sie diesen hinterher nicht mehr schließen konnten und so die Schwarzen hineinließen, gab er sich selbst als Erwachsener noch immer die Schuld daran.
Das Game METRO 2033 besitzt zwei Enden. Das Richtige, wo Artjom mit den Schwarzen in Kontakt trat und nach einer Möglichkeit suchte gemeinsam auszukommen, sowie ein Schlechtes, in dem er mit einer Rakete alle Schwarzen auslöschte. Laut einer Statistik haben aber leider nur 3 Prozent das gute Ende erspielt, während der Rest der Spieler, besonders dadurch, das sie sich zu sehr durchschossen, die Schwarzen vernichtet. Kein Wunder also, das bei der direkten Spielfortsetzung METRO – LAST LIGHT die Geschichte ans schlechte Ende anknüpft. Artjom ist nachdem er die Schwarzen besiegt hat ein Held und jeder feiert ihn. Nur fühlt und sieht er sich nicht so. Letztlich bekommt er den Auftrag an der Oberfläche den letzten Schwarzen aufzuspüren und zu töten. Er gehorcht und ist verwirrt, denn er findet keinen mächtigen Schwarzen vor, sondern ein kleines verängstigtes Kind, das kein Zuhause mehr hat. Artjom bekommt Mitleid und tötet es nicht, daraufhin nimmt das Kind geistige Verbindung mit ihm auf und zeigt ihm der Vernichtung der Schwarzen durch die Rakete aus seinen Augen. Diesen Moment nutzen die anderen Stalker und es gelingt ihnen das Schwarze Kind gefangen zu nehmen. Wieder wird Artjom unfreiwillig zum Helden, doch er zweifelt mit sich selbst und ist sich nicht sicher, ob er damals mit dem Zünden der Rakete richtig gehandelt hatte. Dabei wollte er ursprünglich nur zurück an die Oberfläche, um seine Kindheit wiederzufinden mit der Hoffnung sich an seine Mutter zurückzuerinnern. Denn an so vieles erinnert er sich noch von ihr, nur nicht an das für ihn Wichtigste, ihr Gesicht. Er fragt sich, ob er zu egoistisch gedacht hat, denn es geht nicht nur um sein Wohl in der Metro. Zur gleichen Zeit wird unter einer Metrostation in der Nähe der Roten Linie ein großer verschlossener Raum entdeckt, der das ständig brodelnde Machtverhältnis aller Metro Gruppierungen erschüttert. Besonders die Kommunisten der Roten Linie und die Neofaschisten erheben Anspruch darauf. Jeder vermutet etwas anderes im inneren des Raums – Waffen, Lebensmittel oder Medikamente. Daraufhin rüsten alle zum Krieg und Artjom steht mittendrin.

Fazit:
Nach vier Jahren Entwicklungszeit stellte der ukrainische Gameentwickler ‚4A Games’ den Egoshooter METRO 2033 fertig, welches auf dem gleichnamigen Roman von Dmitry Glukhovsky basierte. Zuvor hatten sich die Mitarbeiter und Gründer des Studios durch den Shooter ‘Stalker: Shadow of Chernobyl’ einen Namen gemacht, dessen Story ebenfalls einem Roman entnommen war. Wie schon METRO 2033 ist auch METRO – LAST LIGHT ein düsterer Survival-Horror und sehr atmosphärischer Egoshooter mit einer dichten Geschichte, an der Romanautor Dmitry Glukhovsky eng mitarbeitete. Er schrieb Plots und Subplots, sowie die Dialoge. Dabei legte er Augenmerk auf sehr realistische Szenen, um Emotionen zu erzeugen. „Da ist die Belästigung einer Frau, man kann sie verhindern oder nicht. Wenn man eingreift, darf man sich nicht wundern, das die Frau nicht sofort ‚Danke’ sagt und lächelt. Sie zieht sich eher zurück und heult. Es sollten Momente da sein, die der Realität ähneln.“ erklärt der Autor. Entwickler ‚4A Games’ fängt mit seinen großartigen und detailreichen Grafiken perfekt die triste, düstere und mysteriöse Tunnelatmosphäre ein. Technisch holen sie noch mehr aus ihrer 4A Engine heraus, die fast schon Realismus bietet. Soundtechnisch und Musikalisch werden die Bilder ideal unterstützt und schaffen so manche Schreckmomente für den Spieler. Die Steuerung geht wie beim Vorgänger flüssig vonstatten und dank einer vereinfachten Benutzeroberfläche konzentriert sich der Spieler verstärkt aufs Geschehen.
Im Gegensatz zu anderen Shootern zeichnet sich METRO – LAST LIGHT wie METRO 2033 dadurch aus, das es verstärkt mit den Emotionen des Spielers spielt. Die Kämpfe sind zwar dramatisch, herausfordernd und durch die Story geskripted, aber es gibt steht’s die Auswahl auch schleichend vorzugehen. Überhaupt sorgt es für Gänsehaut die düsteren Tunnel und dunkeln Stationen nur mit der Taschenlampe zu durchqueren. Hier sieht man dank der exzellenten Grafik, stets ein gruseliges Licht- und Schattenspiel. Im Rahmen des Marketings wurde ein atmosphärischer Real-Trailer gedreht, der die letzten Minuten Moskaus und die Flucht in die Metro zeigt. Der Kurzfilm wurde von Mark Patten aufgenommen, welcher ebenfalls für Ridley Scott’s ‚Prometheus – Dunkle Zeichen’ hinter der Kamera stand.
Das Spiel erscheint für zuerst in einer ‚First Edition’, die allerlei Bonus bietet, darunter exklusive Waffen, eine Ranger-Ausstattung mit besonderer Waffe und zusätzlicher Munition, sowie den Ranger-Modus, der es erlaubt das Game ohne Benutzeranzeigen und reduzierten Munitionsressourcen zu spielen.
METRO – LAST LIGHT macht einen hervorragenden Eindruck, der dank der spannenden und vielschichtigen Story, sowie der Gänsehaut Atmosphäre zum Erlebnis wird und sich dadurch von nur Baller Shootern deutlich abzeichnet. Er ist eine würdige Fortsetzung auch für den Roman.

Daten:
Label: 4A Games / Deep Silver
System: PS3 / X-Box360 / PC
Art: Ego-Shooter
Schwierigkeitsgrad: Mittel
USK: 18

In abgewandelter Form erstmals erschienen in: Nautilus – Abenteuer & Phantastik, www.fantasymagazin.de