[Game] BLACK MIRROR – DER DUNKLE SPIEGEL DER SEELE

Schreckliche Ereignisse führen dazu, das Samuel Gordon, jüngster männlicher Spross der Familie, zum englischen Anwesen Black Mirror zurückkehrt. Samuel wuchs zwar dort auf, doch nach dem tragischen Feuertod seiner Frau zwölf Jahre zuvor, hatte er das Familienschloss verlassen und sich abgeschottet vom Rest der Familie. Nun wählte sein Großvater William Gordon den angeblichen Freitod durch einen Fenstersturz. Samuel kann es nicht glauben, denn Selbstmord passt zu William überhaupt nicht. Also forscht er nach und entdeckt, dass seine Familie schon seit Jahrhunderten schreckliche Geheimnisse hütet. Einst hatte ein Gordon das Böse geweckt und der Familie einen andauernden tödlichen Fluch beschert. Samuel beschließt diesen abzuwenden und muss dabei in die Tiefen Abgründe von Menschen blicken, denn niemand scheint, der zu sein, der er vorgibt.

Fazit:
Das Adventure aus dem tschechischen Hause Future Games könnte mittlerweile als Klassiker bezeichnet werden. Erschienen 2004 zog das Spiel zwei Fortsetzungen und sogar Hörbücher mit sich. Wobei aber BLACK MIRROR 2 und 3 vom deutschen Entwickler Cranberry Production stammen und nicht vom Urentwickler. Zentraler Handlungsort ist das britische Schloss “Black Mirror”, welches doppeldeutig auf Deutsch “Schwarzer Spiegel” heißt.
Ich habe mir jahrelang vorgenommen das Spiel zu spielen und nun als ich es tat, war ich mehr als angetan. Zuerst begeisterte mich die klassische Click & Point Art, ein 2D Hauptcharakter in einer 3D Umgebung. Auch wenn die anderen Figuren animierte 3D Modele sind, störte mich das überhaupt nicht. Dazu kamen die vielen Screens vom Schloss und dessen Umgebung. Überall gab es etwas anzusehen und Samuel hatte immer einen Kommentar auf Lager. Hier fiel mir gleich die gute Sprachausgabe auf mit hervorragenden deutschen Sprechern, darunter David Nathan als Samuel. Was mehr als passt, weil er nicht nur Johnny Depps Synchronstimme ist, sondern auch Samuel nach dem Schauspieler optisch nachempfunden wurde. Leider waren die Sprachaufnahmen an sich mal rauschig und in unterschiedlicher Lautstärke, dazu kam wenn ein Hall hinterlegt war, das dieser am Ende abgehackt wirkte.
Gut ich muss auch zugeben, dass ich am Anfang ein eigentlich einfaches Rätsel fast nicht lösen konnte. In Samuel Zimmer musste ich eine verschlossene Kommode öffnen und suchte den Schlüssel. Schließlich konnte ich den Türrahmen anklicken, doch Samuel sagte mir immer, er komme nicht ran. Es dauerte lange bis ich einfach mal die rechte Mousetaste drückte und prompt kam Samuel ran. Das hier eine zweite Funktion auf die Taste gelegt wurde, darauf kam ich gar nicht, weil ich aus den neueren Spielen fast nur die One-Click Variante kannte. Aber ich hätte wohl vorher mal ins Handbuch schauen sollen, das stand es drin – mein Fehler. Nach dieser anfänglichen “Hürde” wurde ich schnell in den Bann des Spiels gezogen, allein durch die spannende Story – ich fiebere wie Samuel dem Geheimnis um Black Mirror entgegen. Jetzt nach dem durchspielen muss ich aber leider feststellen, das es einige Logiklöcher gibt. Die Auflösung ist zwar etwas unerwartet, doch der Nachgeschmack bleibt, dass hier mehr drin gewesen wäre.
Weiter zum Spiel. Im Gegensatz zu den neuen Adventures hatte jeder Abschnitt zahlreiche Screens, was nicht unübersichtlich war, nur zeitaufwändiger eben alle Screens abzusuchen. Heutzutage beschränkt man sich lieber nur auf eine handvoll Screens, damit der Spieler nicht den Überblick verliert. Dazu kam die große Anzahl von Rätsel, die mir nie aufgesetzt vorkamen, weil sie immer zum Spielgeschehen passten. Gut manchmal hatte ich einige Situationen, wo ich alle Rätsel gelöst hatte und nicht wusste, was ich als nächstes tun sollte. Lag daran, das hier und da richtungweisende Hinweise fehlten. Besonders zu knabbern hatte ich an dem Tierkreisrätsel-Minispiel. Ich wusste zwar, was zu tun war, aber kam einfach nicht darauf, dass es sich bei den Symbolen um Sternzeichen handelt und diese in die richtige Reihenfolge geschoben werden mussten. Hier gab Samuel erst den Hinweis aufs Rätsel, als es gelöst wurde.
Wo wir bei den Minispielchen sind. Im Vergleich mit den Aktuellen, gab es keine Möglichkeit dieses zu überspringen, wenn es zu frustig wurde. Dazu muss ich mal sagen, dass ich es in den neuen Adventures sehr Schade finde, dem Spieler überhaupt diese Möglichkeit zu bieten – es ist doch ein Rätsel und gehört zum Spiel. Ansonsten kann man gleich einen Button einbauen, wo das Spiel sich von selbst spielt und man es als Art Film sehen kann. Eher würde ich es mir wünschen, wenn es nur Hinweise geben würde. Dadurch das man es den Spielern viel zu leicht macht, habe ich auch das empfinden, werden Spieler nicht mehr gefordert und suchen so auch den Anspruch nicht mehr.
In dem Rätselzusammenhang hat mir bei BLACK MIRROR auch gefallen, das Gegenstände erst Verwendung fanden, wenn wir mit Samuel entsprechende Dinge angesehen haben oder diese in Dialogen zur Sprache kamen, z.B. hat Samuel erst die Heckenschere in einer Kiste gesehen, nachdem er feststellte ein Busch erschwert das weiterkommen. Ich finde diese Art logisch, wird aber auch in den modernen Games immer seltener. Oftmals kann alles was nicht Niet- und Nagelfest ist in die Taschen gestopft werden. Überhaupt gehört das Reden mit den Charakteren zu den Hauptaufgaben, denn nur so führt es voran. Die Grafik der Screen empfand ich immer sehr gelungen und schön. Viele glänzten mit winzigen Details. Darin eingebettet wurden 3D Effekte, wie das Wetter und Wasser, die für 2004 mehr als gelungen waren. Der Sound war Okay, leider manchmal zu dumpf.
Gesamt gesehen war ich ebenfalls begeistert vom gesamten Umfang, denn ich benötigte bestimmt gut 30 Stunden für das durchspielen. Wenn ich an die aktuellen Games denke, habe ich jene oft in 6 bis 10 Stunden gelöst, ohne Dialoge wegzuklicken oder Zwischensequenzen zu überspringen.

Daten:
Label: Future Games
System: PC
Art: Adventure
Schwierigkeitsgrad: Mittel
USK: 16

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