[Game] BLACK MIRROR 2

BLACK MIRROR 2 ist, wie der Titel schon sagt, die Fortsetzung des Mystery-Grusel-Adventures von Future Games. Inzwischen wechselte der Entwickler, so dass sich der deutsche Entwickler Cranberry Production verantwortlich zeichnet. Im ersten Teil untersuchte Samuel Gordon den Tod seines Großvaters William und musste entdecken, dass auf der Familie ein Fluch liegt. Einst hatte sein Vorfahr Mordred Gordon böse Mächte beschworen und so Unglück über die Familie gebracht. Diese Mächte befielen auch Samuel und ließen ihn unbewusst eine Spur aus Toten hinter sich herziehen. Als er letztlich erkannte, das er der Schuldige war, wählte er den Freitod.
Die Geschichte des zweiten Teils setzt zwölf Jahre nach den Ereignissen und dem Tode von Samuel Gordon ein. Der junge Student Darren Michaels jobbt in einem schmuddeligen Fotoladen in der Kleinstadt Biddeford, Maine USA. Hier lebt seine Mutter, die er immer während der Semesterferien besucht. Den Job beim schmierigen Fuller hat sich Darren anders vorgestellt, anstatt zu fotografieren spielt er den Laufburschen und darf Drecksarbeit machen. Unerwartet stürzt Darrens Mutter und fällt ins Koma. Seine Stimmung verbessert sich gewaltig, als die attraktive Angelina im Laden erscheint und Fotos von sich machen lassen möchte. Leider darf er nicht den Fotoapparat bedienen. „Ein Job für den Chef.“ sagt Fuller und schickt Darren los Besorgungen zu machen. Bei seiner Rückkehr trifft er auf eine entrüstete Angelina, die ihm erzählt, dass Fuller sie betatscht hat. Sie bittet ihn, ihr die Fotos ins Hotel zu bringen. Als er ihr beim weggehen nachschaut, bemerkt er einen geheimnisvollen Mann, der sie zu verfolgen scheint. Später bringt Darren die Fotos zu Angelina ins Hotel und macht neue, bessere mit seiner eigenen Kamera. Dabei wickelt sie ihn um den Finger und er beginnt sich in sie zu verlieben. Am nächsten Tag erfährt Darren, das Angelina für den Mord an Fuller verhaftet wurde. Entsetzt und von ihrer Unschuld überzeugt, macht er sich auf, Beweise dafür zu finden, sowie den unbekannten Verfolger. Unerwartet entdeckt er Hinweise auf das Dörfchen Willow Creek, dem Schloss Black Mirror und das seine Mutter ihm nicht alles über seine Familie erzählt hat. Ein Teil seiner Vergangenheit scheint in Willow Creek zu liegen. Letztlich schafft es Darren Angelinas Unschuld zu beweisen. Sie möchte ihm helfen, seine Vergangenheit kennenzulernen und reist allein nach Willow Creek, wo sie plötzlich verschwindet. Umgehend folgt ihr Darren und stößt auf der Suche nach seiner Liebe auf das Geheimnis von Black Mirror und dem Fluch der Gordons.

Fazit:
Kann die Fortsetzung dem Original oder ersten Teil gerecht werden? In diesem Falle – Ja. Die Story zog mich sofort in ihren Bann und ich konnte es nicht erwarten Darrens Verbindung zu den Gordons und dem Fluch zu erfahren. Bis zum Finale hin fand ich alles gut und spannend konzipiert. Zwar war die Auflösung, der Twist überraschend, aber auch Klischee beladen, was mich ein wenig enttäuschte. Aber man muss ja nicht alles lieben. Auch wenn BLACK MIRROR 2 nicht ganz so komplex ist, wie der Vorgänger, habe ich gute 20 bis 30 Stunden wie gefesselt vor dem Computer gesessen. Es gab zwar weniger Locations, doch nicht weniger zu sehen oder zu entdecken. Zahlreiche Elemente konnten betrachtet werden und Darren gab fast immer Kommentare dazu ab. All dies machte die Szenen lebendig.
Dazu kamen gute Rätselkombinationen und Aufgaben, die zwar nicht überforderten, aber stets logisch und passend waren. Gleiches gilt für die Minispiele, die Geschick benötigten und sich gut in die Story einfügten. Was mir sehr gut gefallen hat, war die Tatsache, dass ich ab und zu auf Papier Notizen machte, um Rätsel zu lösen. Mich forderte am stärksten das Klavierrätsel. Da ich von Noten keine Ahnung habe, musste ich sogar bei Wikipedia in Bezug auf die Klaviertastenbelegung und die Notenstellung nachforschen. Das klingt für den einen Falsch, aber ich fand es gut, weil es mich herausforderte. Da fühlte ich mich an die alten Adventures erinnert, wo ich Karten zeichnete, um mich zurechtzufinden. Wirklich sehr hilfreich war auch die Hotspot-Anzeige, ohne die ich bestimmt so einiges übersehen, bzw. lange gesucht hätte. Sehr interessant empfand ich es, wenn bekannte Locations aus dem ersten BLACK MIRROR auftauchten. Cranberry Production versuchte diese so genau wie möglich mit ihren Grafikern zu nachzubasteln, was ihnen beeindruckender weise gut gelungen ist. Auch wenn sie in vieler Hinsicht detaillierter waren, sind aber auch Unterschiede zu sehen oder kleine Fehler. So konnte ich nun durch die Tür in der Küche des Schlosses zu den Ställen gelangen, obwohl dies im ersten Teil nicht möglich war, weil die Tür in den Garten führte, wo eine Mauer einen Weg zu den Ställen verhinderte. Erfreulich war ebenfalls zu sehen, wie Elemente, die im ersten Teil keine Rolle spielten, nun passend eingebaut wurden. Ich denke da an den großen Globus in der Halle des Schlosses, den man im Vorgänger nur sehr dicht bewundern konnte. Hier fragte ich mich damals, ob mit ihm nicht ein Rätsel geplant war, welches letztlich gestrichen wurde.
Sehr schön und beeindruckend waren die gerenderten Filmszenen gemacht, obwohl ich das Gefühl hatte, das die Köpfe ein wenig überproportioniert wirkten. Auch die sonstigen Animationen waren sehr gut und gerade in den Zwischensequenzen zeigte sich, wie Motion-Capturing ihnen den letzten Schliff gaben. Die deutschen Stimmen passten sehr gut und hauchten den Figuren Leben ein. Gerade die Sprecherin von Angelina, Eva Michaelis, die von verführerisch bis hin zu böse sein musste, und Erik Schäffler als schmieriger Fuller, gefielen mir. Darren Sprecher Tim Knauer verwirrte mich zu Beginn, da er seine Figur in einigen Sätzen launisch und aggressiv sprach und im nächsten wieder ruhig und besonnen. Doch dies war beabsichtig, weil es die Gefühlsschwankungen des Charakters betonte und auch mit dem Fluch zu tun hatte. Im Vergleich mit dem ersten Teil habe ich schon David Nathan Stimme vermisst und seine teils zynischen Kommentare. Dort hat er oft durch Offtexte Szenen beschrieben oder zusammengefasst, dies gab es nun nicht mehr.
Jedem an Herz legen kann ich auch das Tagebuch im Spiel, durch das der Spieler nicht nur auf dem Laufenden gehalten wird oder seine offenen Aufgaben lesen kann. Mir gefiel gerade die schöne Aufmachung, die leicht amüsanten Texte mit den verspielten Zeichnungen. Wirklich benutzt habe ich es beim spielen nicht, aber das ansehen und lesen, kann ich jedem nur empfehlen. Eine klasse Idee war der Bonusteil. Extras, wie Videos, Bilder, Artworks und Minispiele (die gleichen wie im Game selbst) konnten freigespielt werden. Hierzu mussten nur bestimmte Objekte mit Darrens Digitalkamera zum richtigen Zeitpunkt fotografiert werden. Es war zwar nicht leicht alle Motive zu finden, doch allein die Suche motivierte.
BLACK MIRROR 2 gehört für mich zu der Kategorie: Adventures, die man gespielt haben muss. Interessant war die ehemalige offizielle Homepage von BLACK MIRROR 2 (Leider Offline), wo ein animierter Butler Bates in seinem Arbeitszimmer Zeitungsartikel Rund um die tragischen Vorkommnisse der Gordon Familie zeigte und süffisant kommentierte, oder aus seinem Tagebuch vorlas. In einer Galerie konnten Fotos, Videos, Making-Ofs betrachtet werden.

Daten:
Label: Cranberry Production
System: PC
Art: Adventure
Schwierigkeitsgrad: Mittel
USK: 16

Der BLACK MIRROR 2 Rätseltipp:
Ich wurde mehrfach gefragt, ob ich einen Tipp zur Lösung des „Schloss knacken“ Rätsels habe, weshalb ich nun diesen Review ergänze.

0.: blauer Draht – 1.: rote Linie – 2.: Stifttrennlinie – 3. & 4.: Schlossstifte
Das Rätsel selbst ist bei jedem spielen anders, weil die Länge des oberen Schlossstiftes (3.) variiert. Grundsätzlich ist alles ganz einfach, die Trennlinie (2. / mit drei roten Punkten markiert) von allen 4 oberen Stiften (3.) und dem unteren Stiften auf den Federn (4.) muss auf der gleichen Höhe wie die rote Linie (1.) sein. Um dies zu erreichen, muss der blaue Draht (0.) entsprechend nach oben oder unten gebogen werden. Dafür einfach mit dem Computermousezeiger auf die gewünschte Stelle des Drahtes zeigen und den linken Button gedrückt halten, um den Draht zu biegen. Achtet darauf, den Draht nie zu stark senkrecht zu ziehen, sondern immer leicht schräg zu halten, damit er den Stift über seine Abrundung nach unten drücken kann. Zur Lösung benötigt es ein wenig Geduld und herumprobieren, aber hat man den Dreh einmal raus, geht es recht schnell.

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