[Film] RESIDENT EVIL – RETRIBUTION

rer-0001Die Umbrella Cooperation unter dem Kommando von Alice ehemaliger Wegbegleiterin Jill Valentine zu nächsten Schlag aus und greifen mit Kampfhubschraubern die Arkadia an. Dieser Übermacht kann niemand standhalten. Als Alice wieder erwacht, findet sie sich von einer liebenden Familie mit Ehemann Carlos und Tochter Becky, doch dann greifen Zombies an. Erneut wacht sie auf, diesmal in einer Zelle. Nach dem Ausbruch taucht die Chinesin Ada Wong auf und erzählt, dass nicht alles so ist, wie sie glaubt. Sie befinden sich in einem gigantischen Umbrella Testlabor und müssen kämpfen, um diesem Albtraum zu entkommen. Leider steht ihr Jill im Weg.

Fazit:
Nach dem gleichnamigen Computerspiel von Capcom. Regisseur Paul W.S. Anderson und Ehemann von Milla Jovovich ließ es sich nicht nehmen erneut zu inszenieren und das Drehbuch zu schreiben. Wie zuvor ist die Figur von Alice der Dreh- und Angelpunkt, um die er die Elemente des RESIDENT EVIL Universums anordnet. Durch den Twist des Zweifelns was echt ist oder nicht, eröffnete sich ihm die Möglichkeit, beliebte Charaktere aus den vorherigen Filmen logisch zurückzubringen. Da wäre die Soldatin Rain, gespielt von Michelle Rodriguez, welche im ersten Teil von RESIDENT EVIL, zum Zombie und von Alice getötet wurde oder Colin Salmons als Spezialeinheitsanführer One, der den Lasertunnel nicht überlebte. Weiter gibt es ein Wiedersehen mit Oded Fehr als Carlos Olivera. Er, sprengte sich in RESIDENT EVIL: EXTINCTION mit einem Tanklaster in die Luft. Für neue Reize sorgt nicht nur erneut Sienna Guillory als Jill Valentine. Guillory beeindruckte als taffe Polizistin und deutete mit ihrem kurzen Auftritt in RESIDENT EVIL: AFTERLIFE bereits an, wie es weitergehen würde. Auch Bingbing Li als Ada Wong mit ihrem hoch geschlitzten roten Kleid, gehört neben Johann Urb und Kevin Durand, die Leon S. Kennedy und Barry Burton verkörpern, zum Cast. Alles Figuren des Computerspiels, wie auch Hauptgegner und Oberbösewicht Albert Wesker, in dessen Haut erneut Shawn Roberts schlüpft.
RESIDENT EVIL: AFTERLIFE bekam für die 3D Inszenierung sehr viel Lob und Anderson zeigte gerade in den Kämpfen wie gut diese in 3D aussehen konnten. Er verliebte sich regelrecht in dieses Medium. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass er erneut den Film damit umsetzte. Er selbst äußerte, dass es eine Herausforderung sei mit dieser Technik neue Erzählmöglichkeit zu finden, die den Zuschauer überraschen und tiefer ins Geschehen ziehen. Er selbst möchte sich dieser Herausforderung stellen. Dabei hilft ihm sehr die CG Technik, die die Welt um die Schauspieler herum, lebendig macht. Von Film zu Film werden die Computeranimationen besser. Oft ist es schwer zu sagen, was noch real ist. Weil die optimale Umgebung für die 3D Kameras ein Set umgebender Greenscreen ist, muss Anderson hier großes Vertrauen hineinlegen und die Ergebnisse können sich mehr als sehen lassen.
Für Paul W.S. Anderson sind die RESIDENT EVIL Computerspiele ein gewaltiger Pool, aus dem er für seine Versionen schöpft. Dies erfreut zum Einen, den Fan jener Reihe, die geliebten Charaktere, Monster und Elemente auf der Leinwand zu bewundern, zum Anderen bringt es den Nichtkenner der Spiele an die Vorlage heran. Anderson sucht sogar die Nähe und übernimmt vieles eins zu eins. So trägt Leon S. Kennedy eine ähnliche Lederjacke und Ada Wong, das atemberaubende und Männerherzen höher schlagende rote Kleid aus dem Spiel RESIDENT EVIL 4. Bei Jill Valentine ist es nicht anders, sie sieht wie aus RESIDENT EVIL 5 genommen und hat im Film sogar einen Kampf mit Alice, der die gleiche Choreografie besitzt vom dortigen Zweikampf mit Chris Redfield. Vermutlich übernimmt Anderson auch die Auflösung, warum sich Jill gegen ihre Freunde gewendet hat. Die Spielcharaktere haben bei den Fans einen sehr hohen Stellenwert, der es sehr schwer macht, jenen bei einer eigenen Interpretation der Reihe gerecht zu werden, weshalb Paul W.S. Anderson von vielen kritisch beäugt wird. Hoch anzurechnen ist es, das in dem Anfangsfilmcredits sogar die Spielnamen zusammen mit den Darstellern hervorgehoben werden. Andererseits hat er gerade Designtechnisch mit den Filmen auch umgekehrt Einfluss genommen. Sei es der Lasertunnel aus dem ersten Film, der im vierten Spiel zu sehen war oder ein Nebencharakter aus RESIDENT EVIL: EXTINCTION, welcher Vorbild für eine Figur aus Teil fünf war. Erfreulich ist ebenfalls, das Anderson nicht nur die Spiele, sondern ähnliche Genrefilme zitiert, wie zum Beispiel Zack Snyders Dawn of the Deadin den Szenen von Alice heiler Familienwelt.
Retribution – das Wort steht für Vergeltung, Rache, Strafe und ausgleichender Gerechtigkeit und bezieht sich auf den finalen Schlag von Alice gegen die Umbrella Cooperation. Dies bedeutet für den Zuschauer reichlich Action, coole Sprüche und spektakuläre Bilder. Wie schon die Vorgänger hat dieser nur eine oberflächliche Geschichte, auch der Gruselfaktor trotz Monster und Zombies hält sich gering. Für Anderson steht der Unterhaltungsfaktor an erster Stelle und der ist bereits in den Trailern zu sehen. Am spannendsten bleibt die Frage, was ist in Alice kleiner Horrorwelt noch real und wie klärt sich alles auf. Jedenfalls hat er es geschafft einen besseren Film als Afterlife zu inszenieren, auch wenn die anderen Charaktere stets die zweite Geige spielen nach Alice. Dies wirkt manchmal ein wenig zu selbstverliebt von Anderson. Technisch ist der Film herausragend. Nur das 3D erreicht nicht die Qualität vom Vorgänger, weil er sich zu sehr auf den „flieg in die Kamera“ Effekt beschränkt. Im Gesamten bekommt der Zuschauer einen Non-Stop Action Film, mit Horror und Gruselmomenten, die nicht ganz wirken. Spielekenner werden auf jeden Fall ihre helle Freude haben sehr viele Details aus den Games zu sehen. Ein Highlight ist auch der Kettensägenzombie, dessen Auftritt schon längs überfällig war.
Die Handlung ist abwechslungsreich, überraschend und sehr actionreich, aber nicht sehr komplex. Im Mittelpunkt stehen immer spektakuläre Bilder und Alice. Neben der gut spielenden Milla Jovovich wurden Darsteller gesucht, die ihren Gamefiguren Ada, Barry und Leon ähneln. Dies gelingt, auch wenn sie recht kurz kommen. Die Unterhaltung ist mehr als gegeben, Gedreht wurde in echtem 3D, wodurch optisch eine bildgewaltige Show geliefert wird. Großartig ist die dynamische und emotionale Musik von Tomandandy.
Das Bild der Blu-ray hat wunderbare Farbwerte, insbesondere Schwarz und ist der klar. Der brachiale Ton ist gut ausgesteuert. Das 3D ist ein Augenschmaus.

Daten:
Label: Constantin Film
Regie: Paul WS Anderson
Darsteller: Milla Jovovich, Michelle Rodriguez, Sienna Guillory
Musik: Tomandandy – Kamera: Glen MacPherson
Länge: 96 Min. / Jahr: 2012
Format: 16:9 2.40:1 / Ton: DTS-HD 5.1 (Deutsch/Englisch)
Extras: Trailer, Making Of, Interviews, Outtakes, Deleted Scenes

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