[Film] MEG

Etwa 300 Kilometer von der chinesischen Küste entfernt, liegt die Mana One, eine moderne Tiefsee-Unterwasserstation für Meeresbeobachtung unterhalb einer alten Bohrplattform. Von dort hat der visionäre chinesische Meeresforscher Dr. Zhang ein modernes Unterseeboot ausgesandt, um den Marianengraben zu erforschen. An der tiefsten Stelle entdecken sie eine unberührte prähistorische Meereswelt. Plötzlich werden sie von einem unbekannten gigantischen Ungeheuer angegriffen. Manövrierunfähig sitzen die Wissenschaftler fest. Und hier kommt nun der ehemalige Rettungstaucher Jonas Taylor ins Spiel. Aufgrund eines missglückten Rettungsversuchs lebt er zurückgezogen an der Küste von Taiwan. Dr. Zhang und Jonas alter Kumpel Mac überreden ihn zu helfen. Mit einem für Rettung spezialisiertem Unterseeboot begibt er sich in die Tiefe. In einem kleineren Boot hatte sich bereits Zhangs Tochter Suyin in die Tiefe begeben. Während Jonas gerade die Wissenschaftler aufsammeln will, wird Suyin von einem Riesenkalamar attackiert. Kurz bevor ihr Boot Schaden nehmen kann, frisst ein gigantischer Hai den Angreifer. Jonas und Suyin trauen ihren Augen nicht, dieser über fünfundzwanzig Meter lange Hai, ist kein mutierter Weisser Hai, sonder der Urhai schlechthin, ein Megadolon. Letztlich können die Wissenschaftler gerettet und zur Mana One gebracht werden. Während sie noch über die Entdeckung des Megadolon sprechen, greift dieser die Forschungsstation an. Diese übermächtige Fressmaschine hat sich zur Oberfläche begeben und schwimmt schließlich in Richtung Küste mit seinen Badestränden. Jonas und die Anderen fühlen sich verantwortlich und entschließen sich den Meg zu jagen. Aber können sie die gigantische Bestie töten?

Fazit:
Anders als Steven Spielberg’s Kultfilm ‘Der weisse Hai‘ setzt MEG auf ein dramatisches, phantastisches Abenteuer. Auf einer möglichen Basis wird diese Urzeit in der Tiefsee erklärt, wobei auch die Schönheit der Natur hervorgehoben wird. Letztlich sind die Erklärungen funktional, um schnell die Jagd einzuleiten. Dabei werden auch die sogenannten Scare-Jumps, als plötzliche Schreckmomente eingeflochten. Im Mittelpunkt stehen zahlreiche packende Actionszenen und diese funktionieren wunderbar. Die Spannung wird bis zum letzten ausgereizt und lassen mitfiebern. Dazu mischen sich flotte Sprüche und sarkastischer Humor. Zusammen ergibt sich beste Unterhaltung. Jason Statham passt sich hervorragend ein und überspitzt absichtlich seine Figur. Li Bingbing ist eine moderne Frau, die mutig und selbstbewußt sogar Statham Konkurrenz macht. Regisseur Jon Turteltaub, bekannt durch die ‘National Treasure‘ Filme und ‘Während Du schliefst‘, gelingen eindruckvolle, visuelle Momente, aber auch passende emotionale Szenen, was Lebendigkeit einfügt. Trotz des gefräßigen Megadolons wird nicht wert auf den Blut-Faktor gesetzt, klar gibt es Opfer, aber dies wird nicht ausgekostet. Die Effekte sind mehr als gelungen und die Kulissen, sei es die Unterseeboote oder die Mana One, gefallen. MEG basiert auf einem Roman von Steve Alten und besitzt sogar acht Fortsetzungsromane, wodurch viel Stoff für eine Fortsetzung parat liegt. Der Film bedient sich der wichtigsten Elemente aus der Vorlage und schafft eine eigene Geschichte.
Ursprünglich hatte sich sogar Disney zum erscheinen des Romans 1990 die Rechte gesichert, doch Warner Bros hat sie ihnen später abgekauft. Damals war ‘Speed‘ und ‘Twister‘ Regisseur Jan de Bont mit dem Projekt beschäftig, doch mehr als ein Artwork, was einen gigantischen Hai in einer riesigen Welle zeigte, wie er einen Surfer fast frisst, kam nicht an die Öffentlichkeit. MEG in der Form wie er jetzt erschienen ist, nahm erst zum Sommer 2016 Gestalt an.
MEG ist großangelegtes phantastisches Abenteuer mit vielen spannenden, dramatischen Actionmomenten, die auch visuell den Zuschauer packen. Der Megadolon wirkt bedrohlich und gerade mit seiner Grösse ergeben sich herrliche Szenen. Geschickt eingesetzter sarkastischer und ironischer Humor in Bild und Wort lockert auf. Auch wenn die Handlung einfach gestrickt ist, weiß sie zu begeistern und sehr zu unterhalten. Jason Statham und Li Bingbing harmonieren und schaffen sogar emotionale Momente. Popcorn Kino vom feinsten.

Daten:
Label: Warner Bros.
Regie: Jon Turteltaub
Darsteller: Jason Statham, Li Bingbing, Winston Chao, Ruby Rose
Musik: Harry Gregson-Williams – Kamera: Tom Stern
Länge: 113 Min. / Jahr: 2018

Siehe: [Buch] MEG