[Film] GODZILLA II: KING OF MONSTERS

Godzilla hat im Kampf gegen den Titanen Mutos San Francisco nahezu dem Erdboden gleichgemacht und zahlreiche Opfer gefordert. Verwundet konnte er sich damals zurückziehen und ist seitdem verschwunden. Jahre später hat die Organisation Monarch viele weitere Titanen überall ausgemacht. Alle scheinen zu schlafen und werden deshalb von Wissenschaftlern überwacht. In einer beobachtet Dr. Emma Russell wie aus einem Coccon eine Raupe schlüpft. Ihre Tochter Madison nennt die Titanen Raupe Mothra. Über den ORCA, ein Gerät welches Sprachwellen der Titanen analysiert, kann sie mit Mothra kommunizierten und Befehle erteilen. Plötzlich dringen bewaffnete Männer unter dem Kommando des Öko-Terroristen Jonah Alan ein, töten alle Wissenschaftler und entführen Dr. Russell und Madison. Ihr Freund und Vorgesetzter Dr. Ishiro Serizawa ist besorgt und sucht ihren Ex-Mann Mark Russell auf, der ebenfalls am ORCA mitwirkte. Mark vermutet, das die Terroristen den Titan Zero in der Antarktis befreien und kontrollieren wollen, um die Erde von der Zerstörungswut der Menschen zu befreien. So fliegen Mark und Ishiro in die Antarktis, wo sie leider nicht verhindern können, das Zero wiederbelebt wird und das dem Eis ausbricht. Dieser riesige dreiköpfige Drachentitan wurde in den Legenden als King Ghidorah bezeichnet. Leider lässt er sich nicht kontrollieren und sorgt für das Erwachen aller anderen Titanen. Dazu will er Godzilla die Herrschaft als King of Monster nehmen. Ist die Menschheit nun am Ende?

Fazit:
Fortsetzungen sind immer so eine Sache, oft erreichen sie nicht den Vorgänger. Diesmal machen sie alles Besser, wobei eigentlich nur das 2 bzw. II nicht nötig wäre. Nummerierungen sind oft nur für die einfachen Zuschauer gedacht, damit sie wissen, in welcher Reihenfolge sie schauen sollen. GODZILLA: KING OF MONSTERS setzt GODZILLA von Regisseur Garth Edwards von 2014 fort. Eine Teaser Anspielung gab es bereits nach dem Abspann von KONG: SKULL ISLAND, die auf Godzilla, Mothra, Rodan und King Ghidorah über Höhlenmalereien hindeuteten. Warum wird eigentlich von Titanen gesprochen, wenn es eigentlich von Keiju, japanisch für Monster, heisst? Dies liegt am Film PACIFIC RIM, wo die Monster Keiju genannt werden und das Studio wollte über Titanen einen Bezug verhindern. Die Handlung nimmt sich Zeit für die Figuren, sie dürfen sich entfalten, wodurch ihre Charakteristiken deutlich werden. Dadurch funktioniert auch die Spannungskurve zwischen ruhigen Momenten und spektakulären Titanenkämpfen. Natürlich kämpfen und stapfen sie zwischen zahlreichen Gebäuden hindurch und sorgen für viel Zerstörung, ganz wie es sich traditionell gehört. Allein wenn Godzilla seinen Energiestrahl auflädt ist dies cool inszeniert. Überhaupt wird mit vielen epischen Momenten gearbeitet, die über besondere Ansichten und Szenen optisch wunderbar dargestellt werden. Obwohl Godzilla im Mittelpunkt steht, funktioniert die Balance der menschlichen Seite. Die Darsteller passend wunderbar und fügen mit ihren kleinen Geschichten untereinander, Wärme und Lebendigkeit hinzu. Vera Farmiga zeigt Verletzlichkeit, aber auch Härte, sowie ihre Zwiespalt mit den Titanen zu über das ORCA zu arbeiten. Kyle Chandler ist voll in seiner Figur und begeistert von Beginn an, sein Wunsch die Familie zurückzubekommen ist spürbar. Routiniert fügt sich hier Ken Watanabe harmonisch ein, der seine Figur aus dem Vorgänger wieder aufnimmt. ‘Stranger Things‘ Star Millie Bobby Brown darf ebenfalls mit tollen Szenen glänzen, wo sie zeigt, die Charakteristiken der Eltern zu vereinen. Es macht Freude allen beim Spiel zuzuschauen. Regisseur Michael Dougherty gelingt es alles aus ihnen herauszuholen. Überhaupt nimmt er die japanischen GODZILLA Mythos ernst, stellt die Titanen als Charaktere da und nicht nur als tierische Monster. Dazu vereint er passend Elemente aus dem Mythos, wie die Zwillinge, gespielt von Ziyi Zhang, und unzähligen weiteren Anspielungen. Die tolle visuelle Optik und die gelungenen CG Effekte der Titanen wirken real. Auch passt der leichte technische Science Fiction Anteil und sieht beeindruckend aus. Einen großen Teil der Stimmung und das Gefühl des epischen vermittelt Bear McCreary (The Waling Dead) geniale Musik. Er mischt emotionale Theme, mit dynamischen Melodien und Chören. Dazu fügt er die musikalischen originalen Themen von Godzilla, Rodan, Mothra und King Ghidorah ein, mehr Respekt für die Originale geht nicht.
Wer Monsterfilme oder eben diese japanischen GODZILLA Filme mag, wird begeistert sein. GODZILLA und die anderen Monster werden als Charaktere wahrgenommen und die Handlung ist ganz im Style der klassischen Filme mit amerikanischen Touch. Optisch ist alles, insbesondere durch die grossartige Musik episch inszeniert. Mensch und Titanen agieren gelungen in der einfachen, aber durchdachten Geschichte, um die Welt zu retten. Dabei wird sogar gekonnt Gesellschaftskritik eingeflochten. Im Mittelpunkt steht aber Godzilla, der gegen King Ghidorah zeigen muss, das er zu Recht KING OF MONSTERS ist.

Daten:
Label: Warner Bros.
Regie: Michael Dougherty
Darsteller: Kyle Chandler, Vera Farmiga, Ken Watanabe, Millie Bobby Brown
Musik: Bear McCreary – Kamera: Lawrence Sher
Länge: 132 Min. / Jahr: 2019