[Film] FINDET DORIE

Die Fische sind wieder los. Clownsfisch Marlin hat durch die Hilfe der vergesslichen blauen Paletten-Doktorfisch-Dame Dorie seinen Sohn Nemo wiedergefunden. Nach dem Abenteuer leben die Freunde zusammen im friedlichen Korallenriff. Eines Tages träumt Dorie und erinnert sich bruchstückhaft an ihre Eltern und Kindheit. Dies bewegt sie so sehr, dass sie losziehen will ihre Familie zu finden. Ihr Weg führt durch den dunklen Ozean bis hin zum berühmten Meeresbiologischen Institut in Kalifornien mit seinen Aquarien und Rettungsstation für Meerestiere. Schnell setzt sich Dorie ab und wäre verloren, wenn sie nicht auf den siebenarmigen grummeligen Oktopus Hank getroffen wäre. Der will eigentlich aus der von Menschen geschaffenen Unterwasserwelt fliehen, doch hat mit Dorie Mitleid und hilft. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg an gefährlichen Tieren und Menschen vorbei, steht mit der Hoffnung, dass Dorie’s Eltern immer noch auf ihre Rückkehr warten.

Fazit:
Trotz anderer Filmprojekte hat Pixar schon immer eine Fortsetzung von ‚Findet Nemo‘ erzählen wollen, doch es dauerte Jahre bis es nun soweit ist. Die liebenswerten Figuren brechen erneut zu einem gewaltigen Abenteuer auf, was noch spektakulärer ausfällt als man auf den ersten Blick denkt. Die Erzählung mischt Spannung, Action und hervorragenden Humor, der Jung und Alt zum Lachen bringt. Es gibt viele neue Figuren wie die spruchstarken Seelöwen oder die halbblinde Walhai-Dame, doch die Show stielt der Septopus also der Oktopus mit sieben Armen Hank.
Interessant wie Produzentin Lindsey Collins Dorie beschreibt: „In FINDET NEMO war Dories Vergesslichkeit vor allem lustig. Diesmal zeigen wir, dass ihr schlechtes Gedächtnis ein ernstes Problem für sie darstellt. Bevor sie Marlin traf, war sie lange allein. Dorie ist zwar immer munter und fröhlich, aber tief drinnen hat sie Angst vor dem, was passieren könnte, wenn sie mal wieder alles vergisst. Dorie ist sich ihrer Defizite durchaus bewusst, das macht sie umso aufgeschlossener anderen gegenüber. Sie akzeptiert jeden, wie er ist. Deshalb fällt ihr gar nicht auf, dass sie von lauter Typen umgeben ist, die mit eigenen Problemen zu kämpfen haben.“ Regisseur Andrew Stanton ergänzt: „Dorie ist die längste Zeit ihres Lebens durch den Ozean geschwommen. Da sie kein Kurzzeitgedächtnis hat, kann sie sich an niemanden erinnern, den sie schon mal getroffen hat. Aber Dorie besitzt ein emotionales Gedächtnis: Sie erinnert sich an Gefühle. Und sie ist wiederholt mit einem unbestimmten Gefühl von Einsamkeit und Verlust zurückgeblieben. Ihr Optimismus und ihre Hilfsbereitschaft sind auch ein Abwehrmechanismus, eine Art unbewusster Schutzpanzer. Dorie hofft, dass andere nicht zu sehr von ihr genervt sind und sie abservieren. Als wir sie in FINDET NEMO kennenlernen, ist ‚Entschuldigung‘ mit das Erste, was Dorie sagt. Sie geht stets davon aus, dass ihre Vergesslichkeit Ärger verursacht hat und möchte schnellstens alles wiedergutmachen. Das bietet in meinen Augen hochinteressanten Stoff. Dorie soll glücklich werden. Sie ist eine außergewöhnliche Heldin, über die man viel erzählen kann.“
Vor FINDET DORIE gibt es den traditionellen Kurzfilm. PIPER erzählt die lustige Nahrungssuche eines Bachstelzen Vogeljunges. Genial wie ohne Worte, nur mit Bildern und Musik eine einfache, aber großartige Handlung erzählt wird.
Die deutsche Synchronisation ist mit Anke Engelke und Christian Tramitz erneut als Dorie und Marlin besetzt, die richtig begeistern. Leider gibt es auch die Modewelle mit Möchtegernsprecher in Nebenrollen zu hören, die leider jegliche Lebendigkeit vermissen lassen und zu unfreiwilliger Komik ernste Szenen verleiten. Im Original ist Schauspielerin Sigourney Weaver die Lautsprecherstimme des Meeresbiologischen Instituts, während dies im Deutschen Franziska van Almsick übernimmt. Kein Vergleich und hört sich unabhängig vom Berliner Akzent abgelesen an.
Endlich hat sich das Warten gelohnt. FINDET DORIE erzählt eine wunderbare, emotionale Geschichte geführt von tollen Figuren. Dazu ein Septopus, der sogar Dorie die Show stiehlt. Bleibt beim Abspann sitzen, denn dort gibt es Bilder mit Hank zum suchen.

Daten:
Label: Pixar, Walt Disney Studios Motion Pictures
Regie: Andrew Stanton, Angus MacLane
Stimmen: Anke Engelke, Christian Tramitz
Musik: Thomas Newman – Kamera: Jeremy Lasky
Länge: 97 Min. / Jahr: 2016

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