[Film] BIRDS OF PREY: THE EMANCIPATION OF HARLEY QUINN

Der Joker hat Dauerfreundin und Sidekick Harley Quinn rausgeschmissen. Wie es so ist, trauert sie in jeder Hinsicht. Macht Party bis zum Absturz, sorgt für Chaos, kauft sich eine Hyäne und schaut Eis essend Zeichentrickfilme im Fernsehen. Jeder lässt sie in Ruhe, weil keiner vom Aus mit dem Joker weiß und sie durch ihn geschützt ist. Leider kommt der Moment, wo es herauskommt und dann einige Leute beschließen, sich an ihr zu rächen. So wird sie zur gejagten und landet schließlich beim Nachtclubbesitzer und Unterweltboss Roman Sionis, der als Verbrecher Black Mask bekannt dafür ist, Gegnern lebendig das Gesicht abzuziehen. Leider hat auch er ein Problem. Ihm wurde ein wertvoller Diamond gestohlen in dem unzählige Kontonummern graviert sind, die zu einem gewaltigen Vermögen führen. Der Dieb ist ein junges Mädchen namens Cassandra Cain. Um ihr Leben zu verlängern, handelt Harley einen Deal mit Sionis aus und verspricht den Stein zu finden. Derweil ist sie nicht die einzige unzufriedene Frau in Gotham. Da wäre die Nachtclubsängerin Dinah Lance alias Black Canary mit einer besonderen Stimme, welche sich als Sionis Fahrerin herumkommandieren lassen muss. Oder die ehrgeizige Polizistin Renee Montoya. Ihrem männlichen Kollegen wird ständig ihr Erfolg zugeschrieben. Letztlich versucht Helena Bertinelli mit den Mördern ihrer Familie als Armbrustschützin Huntress abzurechnen. Wie das Schicksal es so möchte, treffen alle Frauen aufeinander und rechnen mit allen ab.

Fazit:
Harley Quinn zählt neben dem Joker zu den durchgeknalltesten Figuren aus dem BATMAN DC Comic Universum. Schon bei ihrem ersten Auftritt in SUICIDE SQUAD stach sie besonders hervor. Ihr abgedrehter Humor steht auch diesmal im Mittelpunkt. Die Handlung selbst ist weder tief noch komplex und lebt von den ironischen, sarkastischen Dialogen. Ohne Action geht es ebenfalls nicht und dort hauen die Mädels so richtig zu. Es wird zwar nichts geschönt, aber auch die Gewalt nicht verherrlicht. Dennoch sind die Figuren Böse und obwohl eigentlich Harley auch nicht zu den Guten zählt, ist sie diesmal weniger Böse. Trotz der Comic Vorlage bleibt allen im realen Sektor, wobei erst zum Ende hin der Jahrmarkt und der Hafenpier Comicartig angehaucht sind und an Tim Burton BATMAN Filmstyle erinnert. Hier zeigt sich wie der Humor auf allen Ebenen aufgebaut ist und besonders mit der Visualität spielt. Leider hält dies der Film nicht ganz durch, ihm fehlt die Balance. Da helfen auch nicht Margot Robbie und Ewan McGregor, die großartig spielen. Gerade McGregor überspitzt alles gekonnt, was an seine Anfänge mit TRAINSPOTTING erinnert und es ist ein Spaß ihm zuzuschauen. Auch die BIRDS OF PREY präsentieren moderne Frauen, taff und selbstbewußt. Etwas schade ist, dass sie nur Beiwerk sind, jedenfalls dem Filmtitel gemäß.
Hinter dem Film steht besonders Margot Robbie, die sich sehr für ein gutes Drehbuch und den besonderen Humor einsetzte, dazu dass eine Frau die Regie übernahm. Die Wahl viel auf Cathy Yan, die bereits in China hoch gelobte Werke schuf, darunter DEAD PIGS. Sie versucht die weibliche Seite beizubehalten und dies gelingt ihr gut. Auch die Wahl hauptsächlich Songs als Untermalung der Szenen zu nehmen, harmoniert wunderbar.
BIRDS OF PREY: THE EMANCIPATION OF HARLEY QUINN präsentiert genau das, was es sein möchte. Ein abgedrehter, recht bunter Actionfilm um starke, selbstbewußte Frauen, die wieder zu sich selbst finden und den Männer zeigen, was sie können. Der Humor ist abgefahren, die Musik mitreißend und die Darstellungen von Margot Robbie als Harley Quinn und Ewan McGregor als Black Mask großartig.

Daten:
Label: Warner Bros
Regie: Cathy Yan
Darsteller: Margot Robbie, Ewan McGregor, Mary Elizabeth Winstead, Jurnee Smollett-Bell
Musik: Daniel Pemberton – Kamera: Matthew Libatique
Länge: 109 Min. / Jahr: 2020