[Film] ASSASSIN’S CREED

Assassinen und Templer. Ihr Krieg herrscht seit Jahrhunderten, die Einen wollen einen freien Willen, die Anderen die absolute Kontrolle. Von alldem ahnt Callum Lynch noch nichts. Er sitzt im Gefängnis und hat seine Hinrichtung vor sich. Er sieht schließlich dem Tod ins Auge und erwacht auf einer Trage im Institut von Abstergo Industries. Die Wissenschaftlerin Sofia Rikkin erzählt ihm, dass er gerettet wurde, weil er ein Nachfahre des Assassinen Aguilar de Nerha ist und sie eine Maschine, den Animus, entwickelt hat, die Callum ermöglicht über dessen DNA Aguilar’s Leben hautnah nachzuerleben. Weil er keine Wahl hat, lässt er sich aufs Experiment mit dem Animus ein und ist verwundert, als er sich mitten in der spanischen Revolution wiederfindet. Aguilar bekämpft die Templer, das sie den Sohn des Königs im Namen des Vatikans entführen wollen. Ihr Ziel ist ein altes Artefakt zu erpressen. Callum ahnt nicht, was wirklich hinter dem Animus steht. Sofia Vater und hochrangiges Templermitglied will das Artefakt. Dieser sogenannte Edenapfel hat Gott ähnliche Kräfte. Niemand ahnt, dass in Callum der Assassine erwacht. Kann er die Templerpläne verhindern?

Fazit:
Seit Jahren wird an der Verfilmung der erfolgreichen Computerspielreihe erwartet, doch erst als sich Michael Fassbender, der auch die Hauptrolle spielt, intensiv fürs Projekt engagierte, kam es dazu. Herausgekommen ist ein gut gemachter und unterhaltsamer Actionfilm mit hochkarätigen Darstellern. Optisch wurde die ASSASSIN’S CREED Welt eindrucksvoll eingefangen. Die Kostüme und Waffen, sowie auch die Art der Assassinen mit ihren Parkour Szenen wurden getreu umgesetzt. Aguilar springt, klettert und tötet wie im Spiel. Wahnsinn. Der Animus ist sehr modern und verbindet gerade für den Film die Vergangenheit und Gegenwart wunderbar. Leider ist die Handlung nicht tiefschürfend, die Szenen mit Aquilar beschränkt, wodurch die spanische Revolutionszeit kaum zur Geltung kommt. Dazu ist Callum gleich Aguilar und sogleich der Assassine, was heißt, er kann alles sofort. Hier wäre mehr drin gewesen, besonders weil man unbedingt eine Epoche verwenden wollte, die noch nicht in einem Spiel vorkam. So wie es aber nun ist, hätte man auch bestimmte Szenen aus Altair’s Leben nehmen können, der im ersten Game den Edenapfel suchte. Überhaupt bleiben die meisten Charaktere leblos, da Callum Lynch im Mittelpunkt steht. Hier ist es übrigens visuell eindrucksvoll gelungen seine Verwandlung zum Assassinen zu zeigen. Interessant ist überhaupt, dass Lynch Bilder in seiner Zelle Motive zeigen, die mit Aguilar zusammenhängen. Hat er Visionen möglicherweise schon gehabt. Hier wird leider kaum Bezug drauf genommen. Gleichzeitig aber fragt man sich, ob Regisseur Justin Kurzel ein Templer ist, denn Callum Lynch Figur als Kriminellen hinzustellen, der hingerichtet wird, zeigt sein Standpunkt, wie er einen Assassinen sieht. Wer hingerichtet wird, hat auch entsprechendes verbrochen und ein Assassine ist eben ein Serienmörder. Seltsame Heldensicht.
ASSASSIN’S CREED ist eine unterhaltsame und actionreiche Spielverfilmung mit durchweg tollen Schauspielern. Lediglich die Handlung ist einfach gehalten, auf wesendlich beschränkt und nutzt sein Potential nicht aus. Optisch sind eindrucksvolle Momente entstanden, wobei gerne mehr epischen Szenen hätten da sein können.

Daten:
Label: 20th Century Fox
Regie: Justin Kurzel
Darsteller: Michael Fassbender, Marion Cotillard, Jeremy Irons, Brendan Gleeson
Musik: Jed Kurzel – Kamera: Adam Arkapaw
Länge: 95 Min. / Jahr: 2016

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