[Film] ALITA: BATTLE ANGEL

Die Welt hat sich im Jahre 2563 stark verändert. Während eine besondere Klasse von Menschen in der Himmelsstadt Zalem lebt, bewohnt die einfache Bevölkerung den Erdboden. Iron City ist eine von jenen Städten, die insbesondere vom Schrott Zalems lebt. Trotz eines einfachen Lebensstils hat sich die Technologie sehr weit entwickelt. Dazu zählt gerade die Cyborg-Technologie durch die sich viele Menschen Upgraden. Eines Tages durchsucht der geniale Cyborg-Ingenieur Dr. Dyson Ido den Müllberg aus Zalem nach brauchbaren Ersatzteilen als er den Kopf eines scheinbar beschädigten, weiblichen Cyborgs entdeckt. Da Ido noch Leben in ihm erkennt, baut er sie zusammen und schafft so eine junge Frau namens ‘Alita’ und kümmert sich um sie, als sei sie seine eigene Tochter. Alita lernt wie ein Kleinkind die Welt kennen und freundet sich dabei mit dem Jungen Hugo an. Eines Abends verfolgt sie ihren Vater und findet heraus, das er ein Kopfgeldjäger ist und Cyborgs jagt. Sie sieht, wie er in Bedrängnis gerät und greift ein. Dabei zeigt sie eindrucksvolle Kampftechniken, die selbst Ido überraschen. Alita hat Freude am kämpfen und wird ebenfalls Kopfgeldjägerin. Eigentlich will sie damit Geld verdienen, um Hugo sein erträumtes Ticket für Zalem zu kaufen. Ihre Begabung im Kampf bleibt aber nicht vor den Bossen der Unterwelt verborgen. Gerade der mächtige Vector sieht in ihr Potential und hätte sie gerne als Kämpferin in dem berüchtigten Motorball. Dafür lockt er Alita in eine Falle.

Fazit:
ALITA: BATTLE ANGEL ist eine direkte Umsetzung des Manga BATTLE ANGEL: ALITA von Yukito Kishiro (In Deutsch im Carlsen Verlag erschienen). Schon seit Jahren arbeitet James Cameron an diesem Projekt, musste es aber aus gewissen Gründen die Regie abgeben und verblieb als Produzent und Drehbuchautor. Die Regie übergab er Robert Rodriguez, der ebenfalls ein grosser Bewunderer des Mangas ist. Dies spiegelt sich in einer sehr gewissenhaften Umsetzung wieder, die sich eng an die Vorlage hält. Dies nicht nur im Handlungsaufbau, sondern auch im Design der wesendlichen Optik. Visuell begeistert ALITA mit tollen Kamerafahrten und Aufnahmen. Alles in Harmonie mit den eindruckvollen Effekten. Rosa Salazar als Alita musste dafür steht’s einen Motion Capturing Anzug tragen, doch dies hielt sie nicht davon ab, eine herrliche Darbietung voller Emotion abzuliefern. Überhaupt agieren alle Darsteller gelungen miteinander. So darf sich Christoph Waltz voll in seine Figur Ido rein versetzen und dabei Zeit im Spiel lassen. Ein anderes Highlight sind die eindrucksvollen und rasanten Kämpfe beim Motorball, welches zum mitfiebern inszeniert ist. Kritik auf hohem Niveau kann beim Schnitt gegeben werden, der sehr rasant ist und dem Zuschauer kaum Zeit gibt. Gerne hätten einige Momente etwas mehr Zeit vertragen, um ihnen echtes episches Gefühl zu verleihen.
Um Alita einen anderen Look und Manga artiges zu verleihen, entschieden sich die Macher ihre Augen grösser zu gestalten. Leider war dies nach Veröffentlichung des ersten Trailers der grösste Kritikpunkt. Es wurde sich diesem angenommen und die Augen wurden für den fertigen Film entsprechend angepasst.
Bei ALITA: BATTLE ANGEL spürt man die lange Planung, wodurch die Darstellerauswahl, die optische Gestaltung und Umsetzung, der Schnitt, die Effekte und Sounds, sowie die epische Musik von Komponist Tom Holkenborg ein tolles Zusammenspiel ergeben. Zugeben muss man ebenfalls das es zwei Anime OVAs gibt, die ebenfalls sehr ähnlich diese ALITA Geschichte erzählen. Für die Änderung der Titelreihenfolge entschied sich Cameron kurzfristig. Seiner Sicht nach geht hauptsächlich um Alita, dazu kann er mit dem Titel besser spielen. So soll die geplante Fortsetzung ALITA: FALLEN ANGEL lauten. Ein weiter Fakt ist, dass Cameron’s TV-Serie DARK ANGEL zahlreiche Einflüsse des Mangas vorweist und als Inspiration diente.
ALITA: BATTLE ANGEL ist eine sehr gelungene Umsetzung der Manga Vorlage und schafft es diese fiktive Welt realistisch werden zu lassen. Die Handlung ist phantastische, spannend und dramatisch mit zahlreichen Wendungen. Alles ist sehr durchdacht und wird von allen Darstellern grossartig gespielt. Ein echtes Science Fiction Highlight.

Daten:
Label: 20th Century Fox
Regie: Robert Rodriguez
Darsteller: Rosa Salazar, Christoph Waltz, Jennifer Connelly, Ed Skrein
Musik: Tom Holkenborg – Kamera: Bill Pope
Länge: 122 Min. / Jahr: 2019