[Film] ALIEN COVENANT

Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Was ist unser Ursprung? Universelle Fragen. Etwas, womit sich das Raumschiff Covenant nicht beschäftigt. Es ist auf den Weg von der Erde zum entfernten Planeten Origae-6 mit tausenden von schlafenden Kolonisten an Bord. Die Überwachung gehört zu den Aufgaben des Androiden Walter. Unglücklicherweise gerät die Covenant in einen Sonnensturm und wird beschädigt. Wegen des Notfalls weckt er die Crew aus dem Cryo-Schlaf, leider gibt es unter ihnen einen Unfall und der Captain kommt ums Leben. Seinen Posten übernimmt nun Oram, der sich mit Entscheidungen schwer tut. Bei der Reparatur wird ein geheimnisvoller Funkspruch aufgefangen, der von einem noch besser geeigneten Kolonisierungsplaneten stammt. Neu Captain Oram beschließt den Kurs trotz bedenken des ersten Offiziers Daniels zu ändern. Als sie den neuen Planeten erreichen startet die Crew sogleich eine Expedition. Dabei entdecken sie nicht nur einen geeigneten Lebensraum, auch ein gigantisches, außerirdisches Raumschiff. An Bord finden sich seltsame Kartuschen. Plötzlich fühlt sich ein Crewmitglied unwohl. Noch während der Untersuchung bricht ein fremdes, Raubtier ähnliches Alien aus dessen Körper. Im Verlauf des Kampfes explodiert das Landungsschiff und die Crew sitzt nun gestrandet fest. Umzingelt von Aliens, doch dann erscheint ungeahnte Hilfe.

Fazit:
Regisseur Ridley Scott wollte mit PROMETHEUS einen neuen Weg gehen, der sich aber dann als Vorreiter seines Meisterwerks und Klassikers ALIEN entpuppte. Schon dort griff er die Thematik des menschlichen Ursprungs auf, verbunden mit dem religiösen Glauben und Evolutionstheorie. Nun erweitert er seine Thesen. COVENANT erzählt zwar eine eigene Handlung, greift dennoch gleichzeitig den Vorgänger auf und führt ihn fort. Dies führt zu sehr vielen Ähnlichkeiten, besonders zum Urklassiker ALIEN. Im Focus steht die Frage, was wir tun würden, wenn wir unserem Schöpfer gegenüberstehen? Bei der Inszenierung legt Scott sehr viel wert auf Symmetrie, Eleganz und Schönheit, was sich grandios in der Kameraführung und der visuellen Gestaltung widerspiegelt. Dies ist selbst in den dramatischen Actionszenen und Blutorgien zu spüren. Gerade hier will er schocken. Geschockt ist man auch wegen der eigentlich einfachen, gradlinigen und vorhersehbaren Geschichte, sowie der völligen Erklärung der Alien Herkunft. Es ist traurig, wie er seinen 1979 geschaffenen Mythos selbst zerstört. Dies war einfach nicht nötig. COVENANT ist spannend und unterhaltend, sowie ungewohnt zwischen den Zeilen mit vielen religiösen Elementen versehen, wie zum Beispiel eine Tischanordnung, die an das ‘Letzte Abendmahl’ Gemälde erinnert. Wäre nicht die völlige Aufdeckung des Mythos, hätte es dem Film neue Tiefen gegeben, aber so verpufft es. Die Darsteller sind hervorragend gewählt und gerade die ungleiche Raumschiffcrew harmoniert. Michael Fassbender darf mit seinem Androidencharakter mehr spielen und kitzelt so neue Fassetten heraus, was seine Szenen lebendiger macht. Katherine Waterston (Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind) als Hauptfigur Daniels macht ebenfalls einen guten Job, wirkt aber leider mehrfach überfordert. Die Musik ist sehr gut und passend eingesetzt, was kein Wunder ist, denn die Hauptthemen und ein Großteil stammen aus den Federn von Jerry Goldsmith (ALIEN) und Harry Gregson-Williams (Prometheus). Gleichzeitig vermisst man eine persönliche Note von Komponist Jed Kurzel.
Übrigens gibt es zwei Kurzfilme mit einem Prolog, die zusätzliche Erklärungen geben. ‘The Crossing’ und ‘Last Supper’ sind unter anderem auf dem 20th Century Fox YouTube Kanal zu sehen.
COVENANT erfindet ALIEN nicht neu, er wirkt mehr wie eine moderne Version vermischt mit mehr Action und Blutszenen. Alles ist viel moderner und rasanter, wodurch die ruhige Spannung fehlt. Visuell schafft Ridley Scott einen Augenschmaus, der von guten Darstellern getragen wird und so über die vorhersehbare Geschichte hinwegsehen lässt.

Daten:
Label: 20th Century Fox
Regie: Ridley Scott
Darsteller: Michael Fassbender, Katherine Waterston, Billy Crudup, Danny McBride
Musik: Jed Kurzel – Kamera: Dariusz Wolski
Länge: 122 Min. / Jahr: 2017

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