[Anime] ONE PIECE – Box 20

Auf der tief verschneiten Seite Punk Hazard’s geht es eher heiss als frostig zu. Dem teuflischen Wissenschaftler Caesar Crown ist es zusammen mit dem Piraten Vergo gelungen Ruffy mit seinen Freunden Franky und Robin, sowie ihren Verbündeten und Samurai der Meere Trafalgar Law zu überwältigen und in einen Käfig zu sperren. Eben so erging es Vize-Admiral Smoker und seiner Partnerin Tashigi. Währenddessen wollen Chopper, Nami und Lysop zusammen mit dem Piraten Brownbeard von Caesar entführte Kinder befreien. Dieser hat mit den Kindern experimentiert und sie durch Drogen gefügig gemacht. Sanji, Brook und Zorro waren zur Inselmitte gezogen, um ihren neuen Freund den Samurai Kinemon zu helfen wieder vollständig zu werden, da Law ihn mit seiner Teufelskraft in Einzelteile zerschnitten hatte. Kaum war dies geschafft tauchte das gigantische Schleimwesen Smiley auf, eine geschaffene Kreatur des Wissenschaftlers. Vielleicht sollte noch erwähnt werden, das Nami und Sanji, sowie Smooker und Tashigi durch Law Fähigkeiten die Persönlichkeiten tauschten und deshalb im Körper des Anderen stecken. Nun holt Caesar den nächsten Teil seines teuflischen Planes aus der Schublade. Er will seine neue Vernichtungswaffe Shinokuni der Unterwelt präsentieren, insbesondere, um damit reich zu werden. Deshalb gibt er Smiley eine Chemikalie zu fressen, die ihn in eine tödliche lila Giftgaswolke verwandelt. Jeder, der auch nur in Berührung damit kommt, wird von einer mörderischen und lähmenden Ascheschicht bedeckt. Sanji, Brook, Zorro und Kinemon werden davon als Erste Zeugen und laufen so schnell sie können zurück zum Labor. Dabei treffen sie auf Nami, Lysop und Brownbeard. Gleichzeitig hängt Caesar den Gefängniskäfig mit Ruffy, Law und den Anderen an einen Kran vors Labor, um sie direkt dem Giftgas auszusetzen. Alles scheint perfekt für einen Sieg, doch Law hat ebenfalls einen Plan, einen für den Gegenschlag. Ihr Ziel ist es Caesar und seine Verbündeten zu besiegen und die armen Kinder aus seinen Fingern zu befreien. Alles ganz nach Ruffy’s Geschmack.

Fazit:
Caesar holt zum großen Schlag aus und bringt Ruffy und seine Freunde in Bedrängnis. Beginnend sind sie gefangen und werden durch tödliches Giftgas in brenzlige Situationen gebracht. Gleichzeitig haben sie mit Caesar, Vergo und Monet gefährliche und unberechenbare Gegner vor sich. Trotz neu in einer Heldenposition bleibt Trafalgar Law undurchsichtig, da er seine Pläne nur ansatzweise preis gibt. Hier sei schon einmal vorangekündigt, viele Geheimnisse seinerseits offenbaren sich während des nächsten großen Handlungsabschnittes in Dress Rosa. Wie immer zum Finale eines Abschnitts zieren zahlreiche Kämpfe das Geschehen. Diese sind abwechslungsreich und mit vielen neuen Ideen versehen. Dabei wird jeder Charakter gelungen eingebunden und auch kein Gegner macht es ihnen leicht. Mit den Experimenten an den Kinder und den ihnen verabreichten Drogen baut ONE PIECE schon ein ernstes Thema ein, dies wird ebenfalls verurteilt und zeigt, das es Personen gibt, die keine Grenzen kennen. Deshalb werden Caesar und Monet als die scheinbar freundlichen, fremden Verführer mit Süssigkeiten gezeigt, welches sich dann als Lügner und Gefährlich erweisen. Ähnlich schrecklich erweist sich das Giftgas. Der Tod hat für den Krieg zu viele Gesichter. Parallel dazu sorgt viel Humor über Ablenkung und fügt Ironie ein. Momet’s besondere Tat ist nebenbei bemerkt, interessant symbolisch inszeniert und zeigt einige unausgesprochenen Gedanken.
Momonosuke, der kleine Samurai Drache ist einer der hier eingeführten neuen Figuren und hat das Aussehen eines klassischen chinesischen Drachens, wobei aber absichtlich als Hommage Ähnlichkeiten des berühmten ‘Dragonball‘ Drachens Shenlong unübersehbar sind. Ähnlich kann auch Ruffy’s Ausflug in den Müllschacht gesehen werden, weil es steht’s an ‘Star Wars – Episode 4: Eine Neue Hoffnung‘ erinnert.
Nach der Vorlagen Handlung folgt ein auf drei Episoden aufgeteilter Filler, also eine für den Anime geschriebene Geschichte, bei dem Ruffy, Chopper und Law, sowie zahlreiche Tiere im Mittelpunkt stehen. Gelungen wird auf ein Gedanke aus dem mittlerweile klassischen Alabasta Arc verwiesen. Dazu hat auch Mangaka Eiichiro Oda Ideen beigesteuert. Im Mittelpunkt stehen Kameradschaft und Teamwork, wobei Ruffy ersteres schätzt und an zweitem immer noch arbeitet. Irgendwie bringt sie auch Ruffy und den eher stillen Law einander näher.
Zusammengefasst betrachtet begeisterte es wie Smoker und Tashigi die Geschichte unterstützen. Nach dem frühen Abenteuer in Loguetown und Alabasta sind sie zwar zu sehen gewesen und hatten kurze Szenen, aber soll ein Abenteuer hatte man sich gewünscht. Niemand ist wirklich vergessen, was aber immer schwerer wird, da Eiichiro Oda so viele neuen Figuren steht’s einführt. Auch Law darf sich erstmals so richtig austoben und zeigen, warum er so faszinerend ist.
Handlungstechnisch wurden die Mangabände 68 bis 70, erschienen im Carlsen Verlag, sehr genau umgesetzt. Natürlich für den Anime angepasst und um passende Szenen samt Dialoge verlängert. Wichtig ist, dass alle Episoden ungekürzt sind, abgesehen vom animierten Werbetrenner. Die deutsche Umsetzung hat Toei Animation selbst inszeniert, weshalb der Opener eigene deutsche Credits hat und die Charakternamenseinblendungen ebenfalls. Die Japanischen sind nicht enthalten und mussten deshalb nicht wie früher überblendet werden. Eigentlich hatte im Original ab Episode 591 der Opener gewechselt, doch bei der deutschen Fassung nicht. Interessant ist, das alle Episoden im originalen 16:9 Format sind und nicht wie es auf der Box heißt 4:3, dies bezieht sich lediglich auf das Menü. Technisch ist aber nicht alles Fehlerfrei, so sind die automatischen eingeblendeten Untertitel in Episode 602 statt Deutsch in Französisch. Dazu wird der Ton auf Disk 5 in Episode 623 ab dem Erinnerungsrückblick bis Ende plötzlich wesentlich leiser, ebenso bei Episode 629 ab Anfang wenn Nami Geld für Kinemon’s Mitnahme verlangt. Genauer gesagt wird er hörbar leiser, da er vom Stereo ins Mono Format wechselt. Im Vergleich zu den Folgen bei der TV-Ausstrahlung gab es dies dort nicht. Vermutlich ein Produktionsfehler. Etwas schlecht inszeniert ist der Text des Erzählers bei den Episoden 619 und 620: “Nach einer erbitterten Schlacht auf der Fischmenscheninsel … Nach dem Abenteuer auf der Fischmenscheninsel…”. Unpassender doppelter Satz, weil der Anfang das Gleiche beinhaltet. Hier wurde ein Einleitungssatz aus einer früheren Episode vom Beginn des Punk Hazard Arc’s verwendet.
Die DVD Box ist stabil und mit ansprechenden Artworks ausgestattet, sowie besitzt ein schön gestaltetes Booklet inklusive Episoden- und informativem Charakterguide. Das Bild auf den DVD’s ist klar und farbenfroh. Gerne könnte die Auflösung auf DVD besser sein, gerade bei runden Strichen oder Objekten fallen verstärkt Pixelstufen auf. Angemerkt sei, all jene Episoden existieren in HD, deshalb ist dies auch der Datenkomprimierung geschuldet ist. Der Ton ist gut abgemischt, wobei die Balance zwischen Musik, Effekten und Dialogen wunderbar getroffen ist. Man darf immer wieder erwähnen, die deutsche Synchronisation gehört mit zu den Besten im Animesektor und begeistert durchweg mit guten Sprechern, die viel Lebendigkeit einbringen. Aber auch die Sprecher auf Zeit, also für Figuren die lediglich begrenzt dabei sind, brillieren und dürfen nun auch ihre böse Seite zeigen.
Das Abenteuer auf Punk Hazard erweist sich abwechslungsreich und gleichzeitig eröffnet es den weiteren Weg der Strohhutbande. Zum Abschnitt Ende hin gibt es viele packende Kämpfe, überraschende Situationen und jede Menge coole Momente. Alles ist sehr unterhaltsam und mit viel Humor begleitet. Mit neuen Freunden, alten Bekannten und Verbündeten, sowie ebenfalls neuen Feinden geht die Reise nach dem One Piece weiter.

Daten:
Label: Kazé
Länge: 675 Min. / Format: 16:9 (4:3 auf Box stehend)
Ton: Deutsch 2.0
Extras: Booklet mit Episoden- und Charakterguide

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