[Anime] DETEKTIV CONAN – 6.Film: DAS PHANTOM DER BAKER STREET

In einem neuartigen Computerspiel hat Conan Edogawa die Möglichkeit sein Idol Sherlock Holmes zu treffen, aber auch Jack The Ripper mischt mit, doch zunächst einmal auf Anfang. Die Schindler Company präsentiert in Tokyo mit einem Riesenevent ihr neustes Computerspiel ‘Cocoon’. Dafür steigt der Spieler in eine Kapsel und wird per Hypnose in eine virtuelle Welt versetzt. Sehr lebensecht können darin Abenteuer erlebt werden. Eingeladen sind zahlreiche hochrangige Politiker, Banker und Industrielle mit ihren Kindern. Da Sonoko’s Familienfirma das Game mitproduzierte hat sie Ran mit ihrem Vater Kogoro und Conan, sowie Ai, Ayumi, Mitsuhiko und Genta eingeladen. Zu ihrer Überraschung haben Professor Agasa und Shinichi’s Vater der Kriminalautor Yusaku Kudo ebenfalls mitgewirkt. Dann ein Schock, der Hauptprogrammierer wird tot aufgefunden. Kommissar Megure, Kogoro und auch Yusako untersuchen den Toten, doch Conan entdeckt als Erster die Todesnachricht JTR auf der Computertastatur. Daraufhin läuft er zum Cocoon Game und taucht zusammen mit 49 weiteren Kindern in die virtuelle Welt ein. Zu seiner Überraschung spielen Ai, Ayumi, Mitsuhiko und Genta, sowie Ran ebenfalls mit. Dann ertönt eine Computerstimme, die sich Noahs Arche nennt und verkündet alle Spieler als Geisel genommen zu haben. Wenn nur einer von den Spieler Cocoon meistert, sind alle gerettet. In Cocoon stehen mehrere Welten zur Auswahl, doch für Conan kommt nur das London des 19. Jahrhunderts in Frage. Hier heißt es Jack The Ripper zu stoppen, doch Hilfe könnte Sherlock Holmes bieten. Nun obliegt es Conan den Mord in der realen Welt aufzudecken, aber auch alle Kinder aus den Fängen von Noahs Arche zu befreien.

Fazit:
Mit einem tragischen Anfang wird eingeleitet, der schon einen faden Beigeschmack hat. Im nächsten Moment wird zur fröhlichen Veröffentlichungsparty von Cocoon gewechselt. Hier werden gleich die verzogenen Kinder der einflussreichen Bürger vorgestellt, die nicht scheuen, den Einfluß ihrer Eltern auszunutzen. Einen Kontrast dazu bilden Genta, Mitsuhiko und Ayumi, die hilfsbereit, höflich und unvoreingenommen sind. Ungewohnt ist ebenfalls, das der Zuschauer den Mörder kennt, während die Motive im Dunkeln liegen. Cocoon ist ein VR Vorläufer und bietet eine interessante Möglichkeit in die Vergangenheit zu reisen. Es ist spannend zu sehen, wie die legendären Sherlock Holmes, Jack The Ripper und Professor Moriarty mit Conan agieren. Wer London selbst schon einmal besucht hat, sieht wie gut die besuchten Orte zeichnerisch eingefangen wurden. Sherlock Holmes Wohnort in der Baker Street 221b existiert zwar nicht wirklich, aber dort gibt es das Sherlock Holmes Museum, welches wirklich so wie im Film aussieht, da so aufgebaut ist, als würde der Meisterdetektiv wirklich leben. Diesmal ist die Handlung mehr eine Erlebnistour mit einigen Rätseln, denn der Mord ist nicht im Mittelpunkt, auch wenn die Motive im Hintergrund liegen. Dafür aber die Botschaft um Schicksal und vorherbestimmtes Erbe. Gerade in Japan werden Positionen und wichtige Berufe vom Vater zum Sohn übergeben, also der Sohn eines Politikers wird ebenfalls Politiker. Diese Tradition hat natürlich die Folge, wie es im Film zitiert wird, dass sich wenig ändert. Gerade dies will Noahs Arche durchbrechen, indem es diese Kinder ausschaltet. Es ist geschickt thematisiert, das es zum nachdenken anregt.
Ein wenig kontrovers ist das Game Cocoon selbst. Es hat neben dem alten London mit Jack The Ripper noch andere Level, wie eine Abenteuersuche nach König Salomons Schatz, dem römischen Kolosseum, die Reise mit den Wikingern und die Herausforderung die Rallye Dakar zu bewältigen. Die mitspielenden Kinder sind zwischen 6 und 8 Jahren, wie auch Conan und seine Freunde, dafür sind aber die Themen eigentlich zu hart. Sechsjährige als Gladiatoren die sich mit Kämpfen und Töten auseinandersetzen oder Sechsjährige die den Serienmörder Jack The Ripper jagen. Selbst Conan erlebt wie seine Freunde im Spiel sterben. Diese ist eindrucksvoll emotional inszeniert. Aber die Logik sagt eigentlich, dass die Kinder dafür zu jung sind.
Die DAS PHANTOM DER BAKER STREET Blu-ray ist ein begeisterndes Upgrade der bereits veröffentlichte DVD. Erfreulich ist das wunderbar feine Bild mit seinen frischen hellen Farben und guten Schwarzwerten. Mit der verbesserten Auflösung wirkt alles detailreicher, frischer und aktueller. Hinzu kommt erstmals ein gelungen ausgesteuerter 5.1 Ton. Die DVD war lediglich in Stereo. Highlight bleibt die grandiose und hohe qualitative deutsche Synchronisation mit ihren erfahrenen Sprechern, die dramatische, emotionale und gefährliche Momente lebendig gestalten. Tobias Müller als Conan und Giuliana Jakobeit präsentieren ein harmonisches Zusammenspiel.
Das Material der Blu-ray beinhaltet die remasterte Version des original japanischen Bildmaterials. Die DVD zeigte das Amerikanische. Dadurch gibt es den Abspann mit den realen Aufnahmen zu sehen. Leider fehlt das ehemalige Bonusmaterial, also die Bildergalerie mit Konzeptzeichnungen. Das Blu-ray Booklet ist identisch mit dem der DVD Version, lediglich leicht anders angeordnet. Es finden sich darin sehr interessante und umfangreiche Informationen über den Film und die Charaktere, sowie Erklärungen in Bezug auf japanische Besonderheiten.
Conan und seine Freunde erleben eine Abenteuerreise in die Vergangenheit, um den gefährlichen Jack The Ripper zu jagen. Der Krimianteil ist gering, aber es geht um die Botschaft, dass man das Schicksal durchbrechen und so etwas ändern kann. Die Inszenierung ist spannend und dramatisch, sowie ein wenig humorvoll. Conan Edogawa trifft Sherlock Holmes, ein legendäres Aufeinandertreffen.

Daten:
Label: AV-Visionen / Kazé
Länge: 107 Min. / Jahr: 1998
Ton: Deutsch, Japanisch 5.1 / Format: 16:9
Extras: Wendecover, Booklet